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Iranische Hacker greifen kritische US-Infrastruktur seit Kriegsbeginn verstärkt an

US-Behörden warnen vor eskalierenden Cyberangriffen auf Steuerungssysteme in Wasser-, Energie- und Regierungseinrichtungen.

2 Min
Iranische Hacker greifen kritische US-Infrastruktur seit Kriegsbeginn verstärkt an

Iranische Hacker haben ihre Angriffe auf kritische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten seit Kriegsbeginn deutlich intensiviert. Das geht aus einer gemeinsamen Behördenwarnung hervor, die vom FBI, der NSA, der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA), der Environmental Protection Agency (EPA), dem Energieministerium sowie der Cyber National Mission Force des U.S. Cyber Command herausgegeben wurde.

Im Fokus der Angreifer stehen öffentlich zugängliche speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sowie sogenannte SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition). Diese Systeme werden eingesetzt, um industrielle Anlagen und Prozesse der kritischen Infrastruktur zu überwachen und zu steuern – etwa in Wasserwerken, Kraftwerken oder Regierungseinrichtungen.

Betriebsunterbrechungen und finanzielle Verluste

Laut der Behördenmitteilung beabsichtigen die Hacker, „störende Auswirkungen innerhalb der Vereinigten Staaten" zu verursachen. Diese Absicht hat sich in einigen Fällen bereits materialisiert: „In einigen Fällen hat diese Aktivität zu Betriebsunterbrechungen und finanziellen Verlusten geführt", heißt es in der Warnung.

Die Angreifer gingen dabei besonders gezielt vor: In mehreren Fällen verschafften sie sich Zugang zu Datendateien in den betroffenen Systemen, manipulierten Anzeigedaten und extrahierten gleichzeitig Projektdaten der Geräte. Diese Kombination aus Sabotage und Datendiebstahl deutet auf ein hohes Maß an technischer Kompetenz und strategischer Planung hin.

Betroffen waren laut der Warnung nicht namentlich genannte Organisationen aus mehreren Sektoren der kritischen Infrastruktur:

  • Regierungsdienste und -einrichtungen
  • Wasser- und Abwassersysteme
  • Energiesektor

Geopolitischer Hintergrund: Drohungen auf beiden Seiten

Die Warnung fällt in eine Zeit erhöhter geopolitischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit den Worten, „heute Nacht eine ganze Zivilisation sterben wird", sollte der Iran kein Abkommen mit den USA schließen. Der Iran seinerseits erklärte, weitere Infrastrukturziele bei seinen Nachbarn am Golf angreifen zu wollen.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA oder den Nahen Osten ist diese Entwicklung relevant: Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur können weitreichende wirtschaftliche Folgen haben und ganze Lieferketten destabilisieren. SCADA-Systeme und speicherprogrammierbare Steuerungen sind auch in europäischen Industrieanlagen weit verbreitet – ähnliche Angriffsvektoren könnten theoretisch auch hierzulande genutzt werden.

Das FBI lehnte eine weitere Stellungnahme zu den Vorfällen ab. Die koordinierte Veröffentlichung der Warnung durch gleich sechs US-Behörden unterstreicht jedoch die Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage und den Willen der amerikanischen Behörden, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

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