USA und Mexiko verhandeln über Stahlzölle
Geplante Importquote soll Strafzoll von 50 Prozent begrenzen oder senken

Die Vereinigten Staaten und Mexiko verhandeln über ein Abkommen, das die derzeitigen 50-prozentigen US-Strafzölle auf Stahlimporte aus Mexiko reduzieren oder teilweise aufheben könnte. Dies gaben mehrere mit dem Vorgang vertraute Branchen- und Handelsquellen an. Ziel der Gespräche sei ein Quotenmodell, bei dem eine bestimmte Menge mexikanischen Stahls zollfrei oder zu einem reduzierten Satz in die USA eingeführt werden dürfte. Mengen oberhalb dieser Grenze würden jedoch weiterhin mit dem vollen Strafzoll belegt.
Noch sei unklar, ob für Importe innerhalb der geplanten Quote ein vollständiger Wegfall der Zölle vorgesehen sei oder lediglich ein gesenkter Satz. Auch über die genaue Höhe der Importquote wurde bislang keine Einigung erzielt. Laut einem Bericht von Bloomberg sollen sich die beiden Länder allerdings in einem fortgeschrittenen Stadium der Verhandlungen befinden. Demnach könnten US-Unternehmen mexikanischen Stahl zollfrei einführen, sofern das Importvolumen historische Handelsmengen nicht überschreitet.
Offizielle Stellungnahmen zu den Gesprächen blieben bislang aus. Ein Sprecher des Weißen Hauses lehnte einen Kommentar ab, das US-Handelsministerium, das für die Umsetzung von Trumps sogenannten „Section 232“-Maßnahmen zuständig ist, reagierte nicht auf Anfragen.
Mexiko war im Jahr 2024 nach Kanada und Brasilien der drittgrößte ausländische Stahllieferant der Vereinigten Staaten. Laut Daten des US-Zensusamts, die vom American Iron and Steel Institute ausgewertet wurden, gingen die Liefermengen aus Mexiko im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 3,52 Millionen Nettotonnen zurück.
Die USA hatten im Jahr 2018 unter Präsident Trump erstmals Stahlzölle in Höhe von 25 Prozent eingeführt. Damals wurden Mexiko und Kanada zunächst von den Maßnahmen ausgenommen, unterlagen jedoch speziellen Überwachungsmechanismen. Diese sollten sicherstellen, dass es nicht zu übermäßigen Importen über das gewohnte Maß hinaus kam, ohne jedoch formelle Quotenregelungen zu beinhalten.
Ein zweiter Handelsvertreter betonte gegenüber Reuters die Notwendigkeit klar definierter Quoten, um erneute Importwellen zu vermeiden. US-Behörden hätten zudem Bedenken hinsichtlich möglicher Umleitungen von Stahlprodukten aus Drittstaaten wie China über Mexiko in die Vereinigten Staaten geäußert.
Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard erklärte, man habe gegenüber den US-Verhandlungsführern darauf hingewiesen, dass die Strafzölle ungerechtfertigt seien, da die Vereinigten Staaten in den Bereichen Stahl und Aluminium einen Handelsüberschuss mit Mexiko hätten. Die Maßnahme widerspreche damit dem eigentlichen Ziel, ein Handelsdefizit zu verringern. Ebrard verwies zudem auf Ausnahmen, die etwa Großbritannien gewährt wurden, und forderte eine Gleichbehandlung Mexikos. Die Zölle gefährdeten Arbeitsplätze und Lieferketten beider Länder, sagte er.
