EU plant mehr Geld für Sicherheit und Migration
Kürzungen bei Regionalförderung – Landwirtschaft bleibt größter Posten im Haushalt 2026

Die Europäische Kommission plant für das kommende Jahr eine stärkere finanzielle Fokussierung auf die Themen Sicherheit, Migration und Grenzschutz. Laut dem aktuellen Haushaltsentwurf sollen dafür rund fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden. Das entspricht einer Erhöhung um mehr als 200 Millionen Euro im Vergleich zum laufenden Jahr. Diese Mittel sind Teil eines umfassenderen Ansatzes zur Bewältigung aktueller geopolitischer Herausforderungen und zur Steuerung von Migrationsbewegungen. Die EU-Institutionen betonen die Notwendigkeit, die äußeren Grenzen der Union besser zu sichern und gleichzeitig die Steuerung der Migration weiterzuentwickeln.
Ungeachtet der Aufstockung in diesen Bereichen bleibt die Landwirtschaft der größte Posten im Haushaltsentwurf. Die Subventionierung dieses Sektors beansprucht weiterhin einen erheblichen Teil der Mittel. Auf dem zweiten Platz rangiert die Förderung wirtschaftlich schwächerer Regionen, zu der unter anderem der Kohäsionsfonds gehört. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hierfür allerdings deutlich weniger Mittel eingeplant. Dieser Rückgang spiegelt sich in der veränderten Prioritätensetzung der Kommission wider, die strategisch stärker auf Sicherheitsfragen und geopolitische Stabilität ausgerichtet ist.
Der neue Haushaltsentwurf ist laut Kommission so gestaltet, dass er den übergeordneten politischen Zielen der Europäischen Union Rechnung trägt. Dazu zählt insbesondere die fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine. Auch Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigung und strategische Autonomie innerhalb der Union werden in den Planungen berücksichtigt. Die Kommission sieht den Haushalt als Instrument, mit dem die EU auf aktuelle Entwicklungen reagieren und gleichzeitig langfristige Prioritäten umsetzen kann.
Der Gesamtumfang des Haushalts soll im kommenden Jahr dennoch geringer ausfallen als im laufenden. Während für das aktuelle Jahr rund 199 Milliarden Euro veranschlagt wurden, sieht der neue Entwurf Ausgaben in Höhe von 193 Milliarden Euro vor. Hintergrund ist der bestehende mehrjährige Finanzrahmen, der den finanziellen Spielraum der EU auf sieben Jahre festlegt. Innerhalb dieses Rahmens sind die jährlichen Budgets zwar verhandelbar, aber nur begrenzt flexibel. Der Entwurf für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen wird im Juli erwartet und könnte grundlegende Weichenstellungen für die künftige Ausgabenpolitik der EU enthalten. Die Zustimmung von EU-Parlament und Mitgliedstaaten zum aktuellen Haushaltsentwurf steht noch aus.
