USA und Argentinien vereinbaren weitreichende Zollsenkungen
Über 1.600 argentinische Produkte profitieren von US-Zollabbau, Argentinien öffnet Markt für 200 amerikanische Waren.

Die Vereinigten Staaten und Argentinien haben am Donnerstag ein bedeutendes Handelsabkommen verkündet, das den Abbau von Zöllen auf insgesamt fast 2.000 Produkten vorsieht. Die USA werden Einfuhrabgaben auf mehr als 1.600 argentinische Waren aufheben, während das südamerikanische Land im Gegenzug Zölle auf über 200 amerikanische Produkte senken wird.
Das Abkommen markiert einen Wendepunkt in den bilateralen Handelsbeziehungen. Präsident Trump hatte im vergangenen Jahr noch einen pauschalen Zoll von 10 Prozent auf argentinische Waren im Rahmen seiner reziproken Zollpolitik verhängt. Die neue Vereinbarung zeigt nun einen deutlichen Kurswechsel in der Handelsstrategie beider Nationen.
Besonders profitieren werden argentinische Agrarprodukte, Mineralien und pharmazeutische Komponenten vom Wegfall der US-Zölle. Diese Sektoren bilden das Rückgrat der argentinischen Exportwirtschaft. Für amerikanische Unternehmen öffnet sich durch den Abbau argentinischer Handelsbarrieren ein wichtiger Zugang zum südamerikanischen Markt.
Strukturelle Handelserleichterungen
Neben dem reinen Zollabbau hat Argentinien weitreichende Zugeständnisse gemacht. Das Land, das traditionell für seine protektionistische Handelspolitik bekannt ist, wird künftig auf Einfuhrgenehmigungspflichten und andere regulatorische Hürden für US-Waren verzichten. Diese nicht-tarifären Handelshemmnisse galten bisher als größtes Hindernis für amerikanische Exporteure.
Die Vereinbarung baut auf einem Handelsrahmenwerk auf, das beide Parteien bereits im November angekündigt hatten. Damals wurde erstmals die Prüfung von Zollsenkungen für spezifische Produktkategorien vereinbart. Das nun vorliegende Abkommen geht über diese ursprünglichen Pläne deutlich hinaus.
Bedeutendes Handelsvolumen
Das bilaterale Handelsvolumen zwischen den USA und Argentinien belief sich 2024 auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Mit dem neuen Abkommen erwarten beide Seiten eine deutliche Ausweitung des Warenaustauschs. Für deutsche Unternehmen mit Aktivitäten in Südamerika könnte das Abkommen neue Wettbewerbsdynamiken schaffen, insbesondere im Agrar- und Pharmasektor.
Die Vereinbarung unterstreicht die wachsende Bedeutung bilateraler Handelsabkommen in einer Zeit zunehmender globaler Handelsspannungen. Argentinien positioniert sich damit als verlässlicher Handelspartner der USA in Lateinamerika.
