USA stoppen neue Mexiko-Zölle in letzter Minute
Viele andere Länder müssen sich dennoch auf deutlich höhere Importabgaben einstellen

Die USA und Mexiko haben sich in letzter Minute auf eine Verlängerung ihrer bestehenden Zollregelung geeinigt. Damit sind die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle in Höhe von 30 Prozent auf Waren aus Mexiko vorerst abgewendet. In einer Mitteilung auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er habe mit der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum telefoniert und eine Einigung über einen 90-tägigen Verhandlungszeitraum erzielt. In dieser Zeit sollen die bisherigen Zollsätze weiter gelten: 25 Prozent auf Autos und bestimmte andere Produkte sowie 50 Prozent auf Stahl, Aluminium und Kupfer.
Präsidentin Sheinbaum bestätigte das Gespräch und sprach von einem konstruktiven Austausch. Mexiko bleibe damit vorerst von neuen US-Zöllen verschont und wolle die Zeit nutzen, um mit den Vereinigten Staaten eine dauerhafte Einigung im Zollkonflikt zu erzielen. Die Ankündigung neuer US-Zollregeln betrifft jedoch zahlreiche andere Staaten, für die ab Freitag höhere Importabgaben in Kraft treten sollen.
Für die Europäische Union wurde ein pauschaler Zollsatz von 15 Prozent auf Exporte in die USA vereinbart. Dieser Satz ersetzt die ursprünglich angedrohten 30 Prozent, die Trump noch vor wenigen Wochen ins Spiel gebracht hatte. Die Einigung zwischen Washington und Brüssel war bereits Ende Juli erzielt worden. Auch mit Südkorea kam es zu einer Einigung: Statt der ursprünglich geplanten 25 Prozent wurde ein Zollsatz von 15 Prozent vereinbart. Zusätzlich kündigte Trump an, dass Südkorea Investitionen in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar tätigen sowie amerikanisches Flüssigerdgas und andere Produkte im Wert von 100 Milliarden Dollar kaufen werde.
Keine Einigung gibt es bislang mit Brasilien. Als Reaktion auf die strafrechtliche Verfolgung des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro verhängte Trump Zölle in Höhe von 50 Prozent auf brasilianische Waren. Ab kommendem Mittwoch sollen zusätzliche Abgaben in Höhe von 40 Prozent auf eine Vielzahl von Produkten erhoben werden. Auch mit Indien scheiterten die Verhandlungen, sodass ab Freitag Zölle von 25 Prozent gelten sollen. Weitere Länder wie Südafrika, Laos und Myanmar müssen mit erhöhten Sätzen von bis zu 40 Prozent rechnen.
Ein Erlass Trumps sieht zudem vor, die Zollfreiheit für Importe mit einem Warenwert unter 800 Dollar weltweit aufzuheben. Für diese Produkte sollen künftig pauschale Abgaben zwischen 80 und 200 Dollar pro Artikel fällig werden. Vor allem bei günstigen Direktbestellungen aus dem Ausland dürften sich dadurch die Kosten für amerikanische Verbraucher deutlich erhöhen.
