USA: Steuerabzug für Autokreditzinsen bringt weniger als erhofft
Trumps Steuervergünstigung erlaubt Abzug bis 10.000 Dollar – reale Ersparnis liegt meist unter 750 Dollar jährlich.

US-Steuerzahler können seit dem 4. Juli 2025 Zinsen für Neuwagenkredite steuerlich geltend machen – allerdings fällt die tatsächliche Ersparnis deutlich geringer aus als die beworbene Obergrenze von 10.000 Dollar vermuten lässt. Die befristete Regelung ist Teil des "One Big Beautiful Bill Act" von Präsident Donald Trump und gilt für die Steuerjahre 2025 bis 2028.
Die meisten berechtigten Kreditnehmer werden nach Berechnungen von Cox Automotive jedoch nur wenige Hundert Dollar pro Jahr sparen. Der Grund: Selbst umfangreiche Autokredite generieren in einem einzelnen Jahr bei weitem keine Zinsen in Höhe von 10.000 Dollar. Dieser Betrag entspricht eher den Gesamtzinsen über die komplette Laufzeit eines 72-monatigen Kredits.
Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Diskrepanz: Bei einem 72-monatigen Neuwagenkredit über 48.000 Dollar mit 9,5 Prozent Zinsen und 12,5 Prozent Anzahlung fallen im ersten Jahr etwa 3.800 Dollar Zinsen an. Im zweiten Jahr sinkt dieser Betrag auf rund 3.200 Dollar, im dritten Jahr auf circa 2.600 Dollar.
Deutlich niedrigere Steuerersparnis
Entscheidend ist: Der Abzug verringert nicht die Steuerlast direkt, sondern nur das zu versteuernde Einkommen. Bei einem typischen Bundessteuersatz von 15 bis 20 Prozent für Neuwagenkäufer ergibt sich im ersten Jahr eine tatsächliche Steuerersparnis von weniger als 750 Dollar. Im zweiten Jahr sinkt die Ersparnis aufgrund der niedrigeren Zinskosten auf etwa 640 Dollar.
Um die maximale Abzugssumme von 10.000 Dollar zu erreichen, wäre laut Jeremy Robb, Chefökonom bei Cox Automotive, ein Kredit von etwa 112.000 Dollar erforderlich – eine Summe, die für die meisten Käufer unrealistisch ist. "Diese Steuervergünstigung ist begrenzt, wird den Markt nicht bewegen und ist kein Instrument, um die Herausforderungen bei der Erschwinglichkeit substanziell anzugehen", erklärte Robb gegenüber CNBC.
Strenge Voraussetzungen
Die Zulassungsregeln schränken den Kreis der Anspruchsberechtigten zusätzlich ein. Der Abzug gilt ausschließlich für neu erworbene Fahrzeuge, die nach dem 31. Dezember 2024 finanziert wurden. Im Ausland montierte Autos sind von der Regelung ausgeschlossen – eine Bestimmung, die viele importierte Modelle betrifft.
Für Besserverdiener läuft die Vergünstigung schrittweise aus: Bei Alleinstehenden beginnt die Reduzierung ab einem bereinigten Bruttoeinkommen von 100.000 Dollar und endet bei 150.000 Dollar. Für gemeinsam veranlagte Ehepaare liegt die Spanne zwischen 200.000 und 250.000 Dollar.
Ein Vorteil: Qualifizierte Steuerzahler können die Vergünstigung unabhängig davon nutzen, ob sie Einzelabzüge geltend machen oder den Standardabzug wählen. Der Abzug wird auf dem aktualisierten Schedule 1-A zum Formular 1040 eingetragen, das Steuersoftware für die meisten Einreicher automatisch ausfüllt. Erforderlich ist die Angabe der Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) für jedes Jahr, in dem der Abzug beansprucht wird.
Bedeutung für deutsche Anleger
Für deutsche Investoren mit Engagement in der US-Automobilbranche dürfte die Maßnahme kaum spürbare Auswirkungen haben. Marktbeobachter wie Cox Automotive erwarten keine signifikante Belebung des Neuwagenmarktes durch die Steuervergünstigung. Die hohen Zinssätze und Erschwinglichkeitsprobleme bleiben die dominierenden Herausforderungen der Branche.
Die befristete Regelung läuft nach dem Steuerjahr 2028 aus, sofern sie nicht verlängert wird. Ob die Maßnahme die erhoffte Wirkung auf den Automobilabsatz entfaltet, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.
