US-Steuersaison 2026: Fehlende Formulare können teure Konsequenzen haben
Höhere Rückerstattungen erwartet, doch Experten warnen vor vorschneller Abgabe ohne vollständige Unterlagen.

Viele US-Steuerzahler rechnen in diesem Jahr mit höheren Rückerstattungen – ein Anreiz, die Steuererklärung möglichst früh einzureichen. Doch Steuerexperten warnen eindringlich davor, sich mit der Abgabe zu beeilen. Wer seine Erklärung ohne alle erforderlichen Formulare einreicht, riskiert nicht nur Verzögerungen bei der Bearbeitung, sondern im schlimmsten Fall auch automatische Prüfverfahren durch die US-Steuerbehörde IRS.
Das Problem liegt im System: Arbeitgeber und Finanzinstitute melden Einkommen und Transaktionen über sogenannte Informationserklärungen wie W-2- und 1099-Formulare sowohl an den Steuerpflichtigen als auch an die IRS. Die Behörde gleicht diese Daten automatisch mit den eingereichten Steuererklärungen ab. Fehlen Angaben oder stimmen die Zahlen nicht überein, verschickt die IRS automatisch einen CP 2000-Bescheid. Dieser detailliert die Abweichungen und schlägt Korrekturen vor – verbunden mit der Möglichkeit für Steuerzahler, den Änderungen zuzustimmen oder zu widersprechen.
Besondere Herausforderungen in der Saison 2026
Die aktuelle Steuersaison könnte sich für viele Amerikaner als besonders kompliziert erweisen. Die nationale Ombudsstelle für Steuerzahler warnte in einem Bericht an den Kongress Ende Januar vor "größeren Herausforderungen". Der Grund: Die IRS hat 27 Prozent ihres Personals abgebaut, durchläuft einen Führungswechsel und muss gleichzeitig die von Präsident Donald Trump beschlossenen Steueränderungen umsetzen. Experten rechnen deshalb mit erheblichen Verzögerungen beim Service für Steuerzahler.
"Fehler führen nicht zwangsläufig zu einer Betriebsprüfung", erklärt Josh Youngblood, Inhaber der Steuerkanzlei The Youngblood Group in Dallas und zugelassener "Enrolled Agent" für die Vertretung vor der IRS. Dennoch könnten Steuerpflichtigen bei fehlendem Einkommen Strafen wegen Unrichtigkeit drohen. Umso wichtiger sei es, die Steuererklärung bereits beim ersten Mal korrekt einzureichen.
Wann treffen welche Formulare ein?
Während viele Steuerformulare Ende Januar bei den Steuerzahlern ankommen, lassen andere deutlich länger auf sich warten. Laut dem amerikanischen Wirtschaftsprüferverband AICPA können manche Formulare bis Mitte Februar, März oder sogar noch später eintreffen. Besonders 1099-Formulare für Kapitalanlagen gehören zu den letzten Dokumenten, die verschickt werden – insbesondere bei komplexeren Vermögenswerten.
Zu den wichtigsten Formularen für Einkünfte zählen: W-2 für Löhne und Gehälter, 1099-NEC für Auftragsarbeiten, 1099-G für Arbeitsloseneinkommen und 1099-R für Ausschüttungen aus Rentenplänen. Neu in diesem Jahr: das Formular 1099-DA für Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten wie Kryptowährungen.
Neue Steuervergünstigungen erfordern eigene Berechnungen
Eine besondere Herausforderung stellen die neuen Abzüge für Trinkgelder und Überstundenvergütung dar, die erstmals für das Steuerjahr 2025 geltend gemacht werden können. Arbeitgeber werden diese Beträge möglicherweise noch nicht auf den W-2- oder 1099-Formularen ausweisen. Das bedeutet: Steuerpflichtige müssen das qualifizierte Einkommen für diese Vergünstigungen selbst berechnen.
Formulare für Steuergutschriften und Abzüge
Neben Einkommensformularen benötigen Steuerzahler weitere Unterlagen, um Steuergutschriften und Abzüge geltend zu machen. Für sogenannte Abzüge "oberhalb der Linie", die auch bei Nutzung des Standardabzugs greifen, sind beispielsweise das Formular 1098-E für Zinsen auf Bildungskredite oder 5498 für Beiträge zu individuellen Rentenkonten relevant.
Wer einzeln aufgeführte Steuervergünstigungen nutzt, die den Standardabzug übersteigen, benötigt zusätzlich Formulare wie das 1098 für Hypothekenzinsen oder Spendenquittungen für wohltätige Zwecke. Auch Grundsteuerbescheide können wichtig sein, um den Abzug für staatliche und lokale Steuern (SALT) zu maximieren. Für Steuergutschriften werden unter anderem das Formular 1098-T für Bildungsausgaben oder entsprechende Quittungen für die Kinderbetreuung benötigt.
Experten raten daher dringend: Lieber ein paar Wochen länger warten und alle Formulare sammeln, als eine unvollständige Steuererklärung einzureichen und später mit Komplikationen konfrontiert zu werden.
