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USA setzen Schweiz höchsten Zoll Europas auf

Bern reagiert entsetzt – Industrie warnt vor Jobverlust und wirtschaftlichen Folgen für Exportsektor

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USA setzen Schweiz höchsten Zoll Europas auf

Mit einer Zollandrohung von 39 Prozent auf Exporte in die Vereinigten Staaten steht die Schweiz vor einem handfesten wirtschaftspolitischen Konflikt mit ihrem wichtigsten Handelspartner. Die Ankündigung aus Washington hat in Bern für Entsetzen gesorgt – sowohl in Regierungskreisen als auch bei führenden Wirtschaftsverbänden. US-Präsident Donald Trump begründete die drastische Maßnahme mit einer angeblich einseitigen Handelsbeziehung und warf der Schweiz mangelnde Kompromissbereitschaft vor.

Die Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter zeigte sich über die Entscheidung überrascht und enttäuscht. Sie betonte, die bisherigen Verhandlungen hätten auf deutlich niedrigere Zölle hingezielt. Nun sei man von dem deutlich höheren Satz überrumpelt worden. Sie bezeichnete die Zölle als „sehr negativ“ für die Wirtschaft des Landes und kündigte an, die Regierung sei bereits im Gespräch mit Washington, um eine Lösung zu finden. Der neue Satz soll laut Plan der US-Regierung am 7. August nach Mitternacht in Kraft treten.

Besonders betroffen zeigen sich die exportstarken Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Metallindustrie. Der Verband Swissmem befürchtet bei Inkrafttreten der Maßnahmen einen erheblichen Arbeitsplatzabbau. Verbandsdirektor Stefan Brupbacher kritisierte, die Höhe der Abgabe entbehre jeder rationalen Grundlage. Die Schweiz sei eines der wirtschaftlich offensten Länder der Welt. Sollte der US-Markt verloren gehen, seien mehrere Zehntausend Stellen gefährdet.

Auch Economiesuisse, der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, reagierte mit scharfer Kritik. Die Organisation nannte die Zölle ungerechtfertigt und warnte vor ernsthaften Belastungen für die Exportindustrie. Jan Atteslander, Mitglied der Geschäftsleitung, verwies auf die enge wirtschaftliche Verflechtung: Die Schweiz sei der sechstwichtigste ausländische Investor in den USA. Schweizer Firmen beschäftigten dort rund 400.000 Menschen. Er appellierte an beide Seiten, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden – insbesondere mit Blick auf den Gesundheitssektor, in dem es auch um nicht ersetzbare Medikamente gehe.

Auch kleinere und mittlere Unternehmen blicken mit Sorge auf die angekündigten Maßnahmen. Der Fachverband Swissmechanic warnt vor langfristigen Schäden für den Werkplatz Schweiz. Die Forderung an die Regierung ist eindeutig: In den kommenden Tagen müsse alles unternommen werden, um eine Entschärfung der Lage zu erreichen. Hintergrund ist, dass die USA ihre Zollsätze für rund 70 Länder neu festgelegt haben – in einer Spanne zwischen zehn und 50 Prozent. Die Schweiz trifft es im europäischen Vergleich am härtesten.

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