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China droht USA nach neuen Strafzöllen

Peking kritisiert Washingtons Vorgehen als Doppelmoral und warnt vor Eskalation im Streit um seltene Erden

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China droht USA nach neuen Strafzöllen

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China haben sich erneut verschärft, nachdem US-Präsident Donald Trump zusätzliche Zölle in Höhe von 100 Prozent auf chinesische Produkte angekündigt hat. Hintergrund der jüngsten Eskalation ist der Streit um die Kontrolle und den Export sogenannter seltener Erden, die für zahlreiche Hightech-Produkte von entscheidender Bedeutung sind. Das chinesische Handelsministerium reagierte mit scharfer Kritik an Washington und warf den USA Doppelmoral sowie die Missachtung internationaler Handelsregeln vor. Peking drohte zugleich mit Gegenmaßnahmen, betonte aber, keinen Handelskrieg anzustreben – ihn jedoch auch nicht zu fürchten.

China erklärte, die Vereinigten Staaten würden das Prinzip der nationalen Sicherheit überdehnen, Exportkontrollen missbrauchen und diskriminierende Maßnahmen anwenden. Zudem beschuldigte das Ministerium Washington, durch einseitige Entscheidungen globale Lieferketten zu destabilisieren. Peking forderte die USA auf, ihre Politik zu überdenken und die Ergebnisse früherer Handelsgespräche zu respektieren. Sollte Washington den eingeschlagenen Kurs fortsetzen, werde China entschlossen handeln, um seine wirtschaftlichen Interessen zu schützen.

Trump hatte am Freitag erklärt, die neuen Zölle sollten spätestens zum 1. November in Kraft treten und über bestehende Importbeschränkungen hinausgehen. Zusätzlich kündigte er Exportkontrollen für sogenannte kritische Software an, die ebenfalls China betreffen sollen. Er drohte zudem mit der Absage eines geplanten Treffens mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Derzeit liegen die US-Zölle auf chinesische Waren bei rund 30 Prozent, während Peking im Gegenzug Abgaben von zehn Prozent erhebt.

China verteidigte seine eigenen Maßnahmen als legitim und notwendig. Das Handelsministerium in Peking betonte, die jüngst eingeführten Exportkontrollen für Technologien im Bereich seltener Erden stellten kein Verbot dar. Vielmehr gehe es darum, den internationalen Verpflichtungen des Landes nachzukommen und den Weltfrieden zu sichern. Alle Anträge auf Exporte zu zivilen Zwecken würden weiterhin geprüft und bei Einhaltung der Vorschriften genehmigt.

Seltene Erden spielen eine zentrale Rolle in der modernen Industrie. Sie werden in der Produktion von Elektromotoren, Halbleitern und Turbinen verwendet und sind für die Rüstungs- sowie Hightech-Branche unverzichtbar. China gilt als weltweit führender Produzent und verfügt über bedeutende Vorkommen in den Provinzen Innere Mongolei, Jiangxi, Shandong und Guangxi. Obwohl auch Länder wie Brasilien, Indien und Australien über Reserven verfügen, lässt sich deren Erschließung kurzfristig kaum realisieren. Damit bleibt China ein zentraler Akteur auf dem globalen Rohstoffmarkt.

USAChinaZölleIndustrieSeltene Erden

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