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US-Regierung verschiebt geplante Pharmazölle überraschend

Statt sofortiger Einführung sollen nun gezielte Maßnahmen gegen Konzerne vorbereitet werden

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US-Regierung verschiebt geplante Pharmazölle überraschend

Neue Zölle auf Arzneimittelimporte in die USA treten vorerst nicht wie geplant in Kraft. Die von US-Präsident Donald Trump kurzfristig angekündigten Maßnahmen sollten ursprünglich ab dem 1. Oktober gelten, werden nach Angaben aus Regierungskreisen jedoch verschoben. Statt der sofortigen Einführung will die US-Regierung zunächst Vorbereitungen treffen, um Zölle gezielt gegen jene Pharmakonzerne zu erheben, die ihre Produktion nicht in die Vereinigten Staaten verlagern oder ihre Preise nicht senken. Ein hochrangiger Regierungsbeamter bestätigte die Entscheidung und erklärte, dass für die Verzögerung keine konkreten Gründe genannt wurden.

Die Zollpläne waren erst in der Vorwoche überraschend vorgestellt worden. Trump hatte angekündigt, ab dem 1. Oktober auf Importe von Markenarzneien und patentgeschützten Medikamenten einen Aufschlag von 100 Prozent zu erheben. Der Schritt zielte darauf ab, Unternehmen stärker unter Druck zu setzen, Produktionskapazitäten innerhalb der USA aufzubauen. Hersteller, die in den Vereinigten Staaten Fabriken errichten, sollten von den neuen Zöllen ausgenommen werden. Detaillierte Regelungen zu Ausnahmen oder Übergangsfristen legte die Regierung nicht vor, wodurch unter anderem Unsicherheit bei ausländischen Produzenten entstand.

Die Entscheidung zur Verschiebung fiel nur wenige Tage vor dem ursprünglich vorgesehenen Starttermin. Dabei wurde auch klargestellt, dass die Europäische Union nicht von den verschärften Zollmaßnahmen betroffen sein werde. Für Arzneimittelimporte aus der EU bleibt es bei dem bestehenden Zollsatz von 15 Prozent. Diese Regelung war bereits im Vorfeld der Ankündigung bekannt geworden und wurde aus Regierungskreisen noch einmal bestätigt.

Die US-Regierung verfolgt mit den geplanten Zöllen das Ziel, die Abhängigkeit von Arzneimittelimporten zu verringern und die inländische Produktion zu stärken. Trumps Vorgehen knüpft an frühere Maßnahmen an, mit denen die Regierung Druck auf internationale Konzerne ausübte, Arbeitsplätze und Investitionen in die USA zu verlagern. Für die Pharmaindustrie hätte die sofortige Einführung der 100-Prozent-Zölle erhebliche wirtschaftliche Folgen gehabt, da ein großer Teil der in den USA vertriebenen Medikamente importiert wird.

Unklar ist, wann die neuen Regelungen nun tatsächlich umgesetzt werden sollen. Die Vorbereitungen in den zuständigen Behörden laufen an, konkrete Zeitpläne oder Übergangsbestimmungen liegen bislang nicht vor. Auch über mögliche Verhandlungen mit betroffenen Unternehmen oder Handelspartnern wurde zunächst nichts bekannt. Die Entscheidung sorgt bei internationalen Herstellern für eine Atempause, lässt jedoch viele Fragen offen.

ArzneimittelZölleUSA

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