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US-Notenbank Fed verliert zunehmend Argumente für baldige Zinssenkungen

Stabiler Arbeitsmarkt und hartnäckige Inflation über 3 Prozent lassen der Federal Reserve kaum Spielraum für Zinssenkungen.

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US-Notenbank Fed verliert zunehmend Argumente für baldige Zinssenkungen

Die US-Notenbank Federal Reserve steht vor einem wachsenden Dilemma: Die Argumente für baldige Zinssenkungen werden immer dünner. Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für April lieferte den jüngsten Beleg dafür, dass die Hauptsorge der Fed nicht einem schwächelnden Jobmarkt gilt, sondern den für viele Amerikaner kaum noch tragbaren Lebenshaltungskosten.

Der Zuwachs bei den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft belief sich im April auf 115.000. Das ist kein berauschender Wert, signalisiert aber dennoch, dass sich der Arbeitsmarkt ausreichend stabilisiert hat, um den Druck für Zinssenkungen weiter zu verringern. Auf der anderen Seite zeigt die Inflation kaum Anzeichen einer ähnlichen Beruhigung – ein Umstand, der den Offenmarktausschuss (FOMC) zunehmend in Richtung einer restriktiveren Haltung drängt.

Dissens im FOMC wächst

Bei der FOMC-Sitzung der vergangenen Woche stimmten drei regionale Notenbankpräsidenten gegen die Abschlusserklärung des Ausschusses. Dabei wandten sie sich nicht gegen die Entscheidung, die Zinsen stabil zu halten, sondern gegen die Formulierungen zur sogenannten „Forward Guidance" – also den Hinweisen auf künftige geldpolitische Schritte. Diese Formulierungen waren von Märkten und Analysten weithin als Signal interpretiert worden, dass der nächste Schritt eher eine Zinssenkung sein würde.

Notenbankpräsident Goolsbee argumentierte in diesem Zusammenhang, dass der Inflationsdruck nicht nur von Benzin und Zöllen ausgehe, sondern sich zunehmend auch in den Dienstleistungskosten niederschlage. Der Verbraucherpreisindex für März wies eine Inflationsrate von 3,3 Prozent aus – deutlich über dem Zielwert der Fed von 2 Prozent. Nach klassischer geldpolitischer Logik spricht eine solche Konstellation aus stabiler Beschäftigung und erhöhter Inflation klar gegen Zinssenkungen.

Märkte preisen Zinssenkungen bis 2031 aus

Die Stimmung an den Finanzmärkten spiegelt diese Einschätzung bereits wider. Laut der Preisgestaltung für Fed-Funds-Futures haben Händler jegliche Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Wesentlichen bis April 2031 ausgepreist. Noch deutlicher: Die aktuelle Zinskurve impliziert sogar eine merklich höhere Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen in den kommenden Jahren. Für deutsche Anleger, die US-Anleihen oder Dollar-Positionen halten, ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung.

Jüngste Datentrends könnten dem Argument Gewicht verleihen, dass die Fed die Zinsen auf dem aktuellen Niveau belassen und sich gleichzeitig alle Optionen offenhalten kann – einschließlich möglicher Zinserhöhungen. Die zunehmend vorsichtige Stimmung unter mehreren regionalen Notenbankpräsidenten dürfte in diesem Umfeld weiter an Boden gewinnen.

Schwieriger Start für den künftigen Fed-Chef Warsh

Besonders brisant ist die Lage für den designierten künftigen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Präsident Donald Trump hatte den ehemaligen Fed-Gouverneur mit der Erwartung niedrigerer Zinsen zur Notenbank entsandt. Warsh hat aus seiner Vorliebe für einen niedrigeren Leitzins keinen Hehl gemacht und argumentiert, dass die Fed die Inflation weiterhin kontrollieren kann, während sie die Geldpolitik lockert.

Warsh hat sich dabei für einen Ansatz ausgesprochen, der sich stärker auf die 6,7 Billionen Dollar schwere Bilanz der Zentralbank konzentriert als auf den Tagesgeldsatz, der derzeit als wichtigstes geldpolitisches Instrument dient. Eine Zinssenkung bei einer Inflation von über 3 Prozent zu rechtfertigen, wird jedoch eine schwierige Aufgabe sein – insbesondere angesichts der zunehmend restriktiven Tendenzen innerhalb der aktuellen Ausschussstruktur. Warsh dürfte damit von Beginn seiner Amtszeit an unter erheblichem Druck stehen.

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