Deutsche Exporte in die USA brechen um 21 Prozent ein
Gemischte Konjunkturdaten im März: Gesamtexporte steigen leicht, doch das USA-Geschäft kollabiert – stärkster Rückgang seit Juni 2020.

Das Statistische Bundesamt hat für März gemischte Wirtschaftsdaten vorgelegt. Auf den ersten Blick überraschend positiv: Die deutschen Gesamtexporte legten gegenüber Februar um 0,5 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro zu. Im Jahresvergleich zum März 2025 ergibt sich sogar ein Plus von 1,9 Prozent – ein Ergebnis, mit dem Analysten nach einem starken Februar nicht gerechnet hatten.
Doch hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein deutlich düstereres Bild. Denn während das Europageschäft die Gesamtstatistik stützt, bricht der Handel mit den USA dramatisch ein. Gleichzeitig schrumpft die heimische Industrieproduktion – ein weiteres Warnsignal für die deutsche Konjunktur.
EU-Binnenmarkt stützt die Exportstatistik
Die wichtigste Stütze im deutschen Auslandsgeschäft bleibt der europäische Binnenmarkt. Die Ausfuhren in andere EU-Länder stiegen im März um 3,4 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro. Dieser solide Zuwachs verhinderte, dass die Gesamtexportzahlen ins Minus rutschten.
Ganz anders das Bild beim transatlantischen Handel: Die USA sind zwar nach wie vor das wichtigste Einzelland für deutsche Ausfuhren, doch die Lieferungen dorthin brachen massiv ein. Im März wurden Waren im Wert von 11,2 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert – das entspricht einem Rückgang von rund acht Prozent gegenüber Februar und einem Minus von mehr als 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Einen derart starken Einbruch im USA-Geschäft gab es zuletzt im Juni 2020 – mitten in der Corona-Pandemie.
Ökonom warnt vor „zerstörerischen Folgen Trumps"
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), ordnet die Zahlen scharf ein: „Hier sind die zerstörerischen Folgen Trumps gut zu beobachten." Solche Rückgänge habe es in der Vergangenheit nur in ausgesprochenen Krisenzeiten gegeben – etwa während der Covid-Pandemie.
Für Privatanleger ist diese Einschätzung bedeutsam: Exportorientierte deutsche Unternehmen – insbesondere aus dem Automobil- und Maschinenbausektor – sind von dieser Entwicklung direkt betroffen. Wer in entsprechende DAX-Titel investiert ist, sollte die weiteren Handelsdaten genau im Blick behalten.
Industrieproduktion schrumpft – Maschinenbau besonders betroffen
Auch auf der Produktionsseite gibt es keine Entwarnung. Die deutsche Industrieproduktion sank im März – preisbereinigt – um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Besonders deutliche Rückgänge verzeichneten die Energieerzeugung mit minus 4,0 Prozent sowie der Maschinenbau mit minus 2,7 Prozent.
Die Kombination aus einbrechenden USA-Exporten und rückläufiger Industrieproduktion deutet darauf hin, dass die Folgen des Iran-Kriegs die deutsche Konjunktur spürbar belasten. Ob es sich dabei um eine vorübergehende Delle oder den Beginn einer nachhaltigeren Abschwächung handelt, werden die kommenden Monate zeigen.
