US-Lagerbestände sinken im Januar überraschend um 0,1 Prozent
Ökonomen hatten einen leichten Anstieg erwartet – doch die Unternehmensvorräte gaben nach.

Die US-amerikanischen Unternehmensbestände sind im Januar unerwartet gesunken. Das Census Bureau des US-Handelsministeriums meldete am Mittwoch einen Rückgang um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Dezember waren die Lagerbestände noch unverändert geblieben.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten für Januar einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent prognostiziert. Auf Jahresbasis legten die Bestände jedoch um 1,0 Prozent zu. Das Census Bureau holt derzeit noch Rückstände bei der Datenveröffentlichung auf, die durch den Government Shutdown im vergangenen Jahr entstanden sind.
Gemischtes Bild nach Sektoren
Die Entwicklung verlief je nach Wirtschaftsbereich unterschiedlich. Die Einzelhandelslagerbestände stiegen im Januar um 0,3 Prozent, nach einem Plus von 0,1 Prozent im Dezember. Die Großhandelsvorräte hingegen gaben um 0,5 Prozent nach, während die Bestände der Hersteller leicht um 0,1 Prozent anzogen.
Die Unternehmensbestände hatten im vierten Quartal mit 0,7 Prozentpunkten zum annualisierten BIP-Wachstum beigetragen – trotz des dritten Rückgangs in Folge auf Quartalsbasis. Im dritten Quartal, von Juli bis September, war die US-Wirtschaft noch mit einer Rate von 4,4 Prozent gewachsen.
Umsätze weiter im Plus
Die Unternehmensumsätze stiegen im Januar um 0,3 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,7 Prozent im Dezember. Lediglich die Einzelhandelsumsätze gaben leicht um 0,1 Prozent nach. Beim aktuellen Umsatztempo würden die Unternehmen 1,35 Monate benötigen, um ihre Lager vollständig abzubauen – im Dezember lag dieser Wert noch bei 1,36 Monaten.
Für deutsche Anleger sind die US-Lagerdaten relevant, da sie als Frühindikator für die Wirtschaftsaktivität gelten und direkten Einfluss auf die BIP-Berechnungen haben. Ein unerwarteter Lagerabbau kann auf eine höhere Konsumnachfrage hindeuten, aber auch auf eine vorsichtigere Einkaufspolitik der Unternehmen.
