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US-Kongress unter Druck: KI-Regulierung vor den Midterms gefordert

Nach Warnungen von KI-Experten wächst der Druck auf den US-Kongress, noch vor den Midterms zu handeln.

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US-Kongress unter Druck: KI-Regulierung vor den Midterms gefordert

Die US-Hauptstadt Washington steht unter Druck, endlich regulatorische Leitplanken für Künstliche Intelligenz zu schaffen. Nachdem ein Forscher des KI-Unternehmens Anthropic zurückgetreten war und gewarnt hatte, die Technologie könne „uns alle bis Ende des Jahrzehnts töten“, haben führende Köpfe der Branche – darunter Anthropic, OpenAI und xAI – öffentlichkeitswirksam eine Verlangsamung der Entwicklung gefordert. Nun richten sich die Blicke auf den Kongress, der seit dem Aufkommen der generativen KI kaum regulatorische Schritte unternommen hat.

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben Washington in eine Zwickmühle gebracht. Die schnell wachsende Industrie wird zunehmend als gefährlich wahrgenommen, doch die Gesetzgeber stehen vor der Herausforderung, Maßnahmen zu ergreifen, während die Midterm-Wahlen im November näher rücken. Der Kongress will sich nach dieser Woche in den Wahlkampf verabschieden – ein Zeitfenster, das sich rapide schließt.

Demokraten fordern Verlängerung der Sitzungsperiode

Am Freitag wandte sich eine Gruppe von Demokraten unter der Führung von Repräsentant Sam Liccardo (D-Kalifornien) an den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson (R-Louisiana). Sie forderten ihn auf, die Sitzungsperiode zu verlängern, bis wirksame Schutzmaßnahmen verabschiedet sind. Johnson hatte zuvor angekündigt, das Repräsentantenhaus noch in dieser Woche bis nach den Wahlen im November nach Hause zu schicken.

Die Demokraten drängen auf die Prüfung mehrerer bereits eingebrachter Gesetzesvorschläge. Diese umfassen unter anderem:

  • Transparenz- und Bewertungspflichten für sogenannte Frontier-Modelle
  • Anforderungen an eine „Notausschaltung“ gefährlicher KI-Systeme
  • Eine Aussetzung von Kartellgesetzen, um der Branche die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu ermöglichen

Der demokratische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, kündigte am Sonntag in der ABC-Sendung „This Week“ an, dass sich die Demokraten am Dienstag treffen würden, um über KI-Sicherheitsvorkehrungen zu diskutieren.

Johnson bremst – setzt auf Selbstregulierung

Sprecher Mike Johnson schloss jedoch während eines Auftritts bei CNN am Sonntag aus, dass der Kongress schnell auf diese Forderungen reagieren oder die Sitzungsperiode über die nächste Woche hinaus fortsetzen werde. Stattdessen forderte Johnson ein Treffen zwischen den politischen Führern in Washington und den Leitern der KI-Branche, um einen gemeinsamen Weg nach vorne zu finden. Gleichzeitig appellierte er an die Unternehmen, sich selbst zu regulieren.

Diese Haltung stößt auf Kritik. Der demokratische Abgeordnete Gallego erklärte, dass Johnson, Präsident Donald Trump und der Kongress dem Moment nicht gerecht würden. Er wies zudem das Argument zurück, die USA würden den KI-Wettlauf gegen China verlieren, wenn sie die Technologie regulierten. Trump selbst hatte am Sonntag bei kurzen Bemerkungen in Irland offenbar eine Verlangsamung oder Regulierung der KI-Entwicklung kritisiert und dabei auf China verwiesen.

Gesetzesinitiativen auf beiden Seiten – doch der Senat hinkt hinterher

Das Repräsentantenhaus hat mehrere Vorschläge zur Einführung von KI-Schutzmaßnahmen eingebracht, darunter den FRONTIER Act, angeführt von den Repräsentanten Jay Obernolte (R-Kalifornien) und Lori Trahan (D-Massachusetts). Der Senat hingegen hat sich bislang langsamer bewegt. Ein Gesetz, an dem Mehrheitsführer John Thune (R-South Dakota) sowie die Senatoren Amy Klobuchar (D-Minnesota) und Ted Cruz (R-Texas) arbeiten, wurde noch nicht eingebracht.

Trotz der Hürden gibt es in der Branche auch optimistische Stimmen. Eine mit den Washingtoner Diskussionen vertraute Quelle sagte voraus, dass in der kommenden Woche Gesetzgebung mit „echter Dynamik“ entstehen werde. Die Person merkte an, dass Gesetzgeber, die im November zur Wiederwahl stehen, lieber auf eine konkrete Leistung im Bereich KI verweisen möchten als auf politischen Stillstand.

Ein Test für Washington

Der aktuelle Vorfall stellt einen Test dafür dar, ob die Gesetzgeber auf eine Krise reagieren können, die ihnen in einem hyperparteiischen Washington entgegenfegt – oder ob sie nach Hause fahren, um ihre Wiederwahlkampagnen zu führen. Die Frage, ob die USA noch vor den Midterms wirksame KI-Regulierung verabschieden können, bleibt vorerst offen. Klar ist jedoch: Das Zeitfenster zum Handeln schließt sich rapide.

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