Ohio: Marihuana-Shop schließt nach gesundheitlichen Vorfällen mit Vapes
Marihuana-Verkaufsstelle in Ohio schließt nach gesundheitlichen Beschwerden von Vape-Kunden.

Eine Marihuana-Verkaufsstelle im Südosten des US-Bundesstaates Ohio hat ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Grund sind Berichte von Kunden, die nach dem Konsum eines dort gekauften Vape-Stifts „schwere gesundheitliche Nebenwirkungen“ erlitten haben sollen. Das Herbal Wellness Center in Jackson, eine Verkaufsstelle von Vext Sciences, gab am Freitag bekannt, dass man auf Wunsch der Ohio Division of Cannabis Control (DCC) freiwillig den Betrieb eingestellt habe.
Das Unternehmen betonte, dass man sich „keiner stichhaltigen Beweise bewusst“ sei, die darauf hindeuten, dass ein Vext-Produkt zu den gemeldeten medizinischen Vorfällen beigetragen habe. Weder der Bundesstaat noch das Unternehmen wollten die beiden Gesundheitsvorfälle näher beschreiben oder beantworten, ob es Todesfälle gegeben habe.
Unklare Todesursache in der Notaufnahme
Ein Sprecher des County-Coroner-Büros bestätigte, dass innerhalb von fünf bis sechs Tagen nach der Schließung der Verkaufsstelle eine Person in der Notaufnahme des Holzer Medical Center verstorben sei. Ob ein Zusammenhang mit den verkauften Produkten besteht, ist völlig unklar. „Wir haben die Leiche zur Autopsie geschickt. Einen Bericht zur Todesursache liegen uns noch nicht vor. Wir wissen nicht, ob es einen Zusammenhang gibt oder nicht“, sagte Buster Hall, ein Ermittler im Büro des County-Coroner.
Scott Everett, der General Counsel von Vext Sciences, erklärte in einem Interview, dass die Vape-Kartuschenprodukte des Unternehmens vorsorglich zurückgehalten würden („precautionary hold“), bis eine Laboruntersuchung abgeschlossen sei. Er betonte, dass alle Produkte vor dem Verkauf von unabhängigen, staatlich lizenzierten Laboren getestet werden. „Aus Respekt gegenüber den Betroffenen und der laufenden Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden äußern wir uns nicht zu gesundheitsbezogenen Angelegenheiten oder spezifischen Produkten“, so Everett.
Tests ergaben bisher keine Verunreinigungen
Der DCC-Sprecher Tom Brockman teilte mit, dass Folgeuntersuchungen an einer Probe derselben Charge, die von einem Patienten mit gesundheitlichen Nebenwirkungen gekauft wurde, keine schädlichen Verunreinigungen ergaben. Einige Produkte wurden vorsorglich vom Verkauf ausgeschlossen, während zusätzliche Tests laufen. Die Folgeuntersuchungen wurden in einem unabhängigen Labor durchgeführt, dessen Kosten Vext übernahm. Bislang wurden keine Verunreinigungen festgestellt.
Die DCC lehnte es ab, Informationen zur Art der Gesundheitsvorfälle oder Details zum betroffenen Produkt bereitzustellen. „Da dies eine laufende Untersuchung ist und das betreffende Produkt weder bei den Anfangs- noch bei den Folgeuntersuchungen als kontaminiert eingestuft wurde, gibt die Division keine gesundheitsbezogenen Informationen oder Produktdetails bekannt“, so Brockman. Auf die Frage nach möglichen Todesfällen verwies Brockman an die lokale Polizei.
Keine Zuständigkeit des lokalen Gesundheitsamtes
Der Gesundheitskommissar des Countys, Kevin Aston, erklärte, dass sein Amt nicht in die Untersuchung involviert sei. „Das Gesundheitsamt inspiziert diese Einrichtung nicht und führt keine Aufzeichnungen darüber. Meine Abteilung und ich waren nicht in diese Untersuchung involviert“, sagte er. Während Gesundheitsämter typischerweise für Routineuntersuchungen der Lebensmittelsicherheit zuständig sind, lizenziert, überwacht und untersucht der Bundesstaat Ohio die legale Marihuana-Branche direkt.
Vext Sciences, das Verkaufsstellen in Ohio und Arizona betreibt, ist Eigentümer des Herbal Wellness Center. Das Unternehmen unterhält vier weitere Standorte in Ohio, die alle weiterhin geöffnet bleiben. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheitskontrolle in der legalen Cannabisindustrie auf, auch wenn bisher keine belastbaren Beweise für eine Kontamination vorliegen. Die Untersuchungen dauern an.
