US-Kongress: Neues Gesetz soll Hanf-THC-Getränke legalisieren
Ein überparteilicher Gesetzentwurf will Hanfgetränke vom drohenden THC-Verbot ausnehmen und wie Alkohol regulieren.

Im US-Kongress haben zwei Abgeordnete aus unterschiedlichen Parteien einen neuen Gesetzentwurf eingebracht, der Hanfgetränke mit THC-Gehalt vor einem drohenden bundesweiten Verbot schützen soll. Der sogenannte „Beverage Regulatory Parity Act" wurde am Montag von Beth Van Duyne (Republikanerin aus Texas) und Greg Landsman (Demokrat aus Ohio) gemeinsam vorgestellt. Das Gesetz würde Hanfgetränke aus dem Anwendungsbereich einer geplanten Rekriminalisierung von THC-Produkten herausnehmen.
Der Gesetzentwurf sieht vor, Hanfgetränke analog zu Alkohol zu regulieren. Konkret ist ein dreistufiges Vertriebssystem für Hanfgetränke geplant – ein Modell, das in der US-amerikanischen Alkoholbranche seit Jahrzehnten etabliert ist und Hersteller, Großhändler sowie Einzelhändler klar voneinander trennt.
Senat verschiebt geplante Rekriminalisierung
Die Einbringung des Gesetzes kommt zu einem politisch bedeutsamen Zeitpunkt. Erst wenige Tage zuvor hatte der US-Senat dafür gestimmt, die geplante Rekriminalisierung von Hanf-THC-Produkten zu verschieben. Diese Verschiebung soll den Gesetzgebern zusätzliche Zeit verschaffen, um Regulierungsrahmen als Alternative zu einem vollständigen Verbot auszuarbeiten.
Für die Hanf- und Cannabis-Branche in den USA ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Hanfgetränke mit THC-Gehalt haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wachsenden Marktsegment entwickelt, das bei einem Bundesverbot empfindlich getroffen worden wäre. Der neue Gesetzentwurf signalisiert, dass zumindest ein Teil des Kongresses einen regulierten Markt einem Verbot vorzieht.
Überparteiliche Unterstützung als politisches Signal
Bemerkenswert ist die überparteiliche Natur des Vorstoßes. Dass eine Republikanerin und ein Demokrat gemeinsam einen solchen Gesetzentwurf einbringen, unterstreicht, dass das Thema Hanfregulierung zunehmend über klassische Parteilinien hinausgeht. In der US-Politik gilt überparteiliche Unterstützung oft als wichtiger Faktor für die Erfolgschancen eines Gesetzentwurfs.
Für deutsche Anleger und Beobachter des Cannabis-Sektors ist die Entwicklung in den USA ein wichtiger Indikator. Der US-amerikanische Markt gilt als einer der größten und einflussreichsten weltweit, und regulatorische Entscheidungen dort haben häufig Signalwirkung für andere Märkte. Ob der „Beverage Regulatory Parity Act" letztlich verabschiedet wird, bleibt abzuwarten – die politische Debatte um Hanf und Cannabis auf Bundesebene ist in den USA seit Jahren im Fluss.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob der Kongress den Weg der Regulierung oder des Verbots einschlägt. Der Senatsbeschluss zur Verschiebung und der neue Gesetzentwurf deuten darauf hin, dass die Befürworter einer geregelten Hanfbranche derzeit politisch aktiv sind und Alternativen zum Verbot auf den Tisch legen.
