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Houston stimmt über Marihuana-Entkriminalisierung per Bürgerinitiative ab

Aktivisten in Houston wollen Marihuana-Besitz zur niedrigsten Polizei-Priorität machen – fast 40.000 Unterschriften wurden eingereicht.

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Houston stimmt über Marihuana-Entkriminalisierung per Bürgerinitiative ab

In Houston, Texas, könnte schon im November eine wegweisende Abstimmung stattfinden: Bürgerinnen und Bürger sollen darüber entscheiden, ob der Besitz geringer Mengen Marihuana zur „niedrigsten Priorität bei der Strafverfolgung" für die örtliche Polizei erklärt wird. Kommunalbeamte der Stadt entscheiden diese Woche, ob die entsprechende Bürgerinitiative auf den Stimmzettel kommt.

Die Organisation Ground Game Texas hat fast 40.000 Unterschriften von registrierten Wählern gesammelt, um den sogenannten „Houston Freedom Act" zu unterstützen. Die Initiative geht dabei über das Thema Cannabis hinaus: Sie würde auch sogenannte „No-Knock Warrants" – Durchsuchungsbeschlüsse ohne vorheriges Anklopfen – im Stadtgebiet verbieten. Der Stadtrat nimmt am Dienstag öffentliche Stellungnahmen entgegen und stimmt am Mittwoch darüber ab, ob die Initiative auf den Wahlzettel gesetzt wird.

Ziele der Initiative

Die Cannabis-Initiative verfolgt laut ihrem Wortlaut das Ziel, „knappe städtische Ressourcen sorgfältig zuzuweisen, das Risiko diskriminierender Strafverfolgungspraktiken zu verringern und die städtischen Mittel auf die wichtigsten Belange der öffentlichen Sicherheit zu konzentrieren". Ressourcen der öffentlichen Sicherheit sollen demnach nicht für die Verfolgung von geringfügigem Marihuanabesitz aufgewendet werden, sondern stattdessen in Programme fließen, die Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen der Bürger Houstons fördern.

Konkret sieht die Maßnahme vor, dass die Stadt sogenannte Umleitungsoptionen unterstützt – etwa die Überweisung zu Behandlungen oder die Teilnahme an gemeinnützigen Arbeitsprogrammen. Diese sollen als Alternative zur Verhaftung für Personen gelten, denen der Besitz von Marihuana als Vergehen der Klasse A oder B vorgeworfen wird. Polizeibeamten bleibt es jedoch weiterhin erlaubt, Substanzen zu beschlagnahmen, bei denen ein begründeter Verdacht auf Marihuana besteht.

Transparenz und Rechenschaftspflicht

Falls die Maßnahme in Kraft tritt, entstehen für die Stadtverwaltung umfangreiche Berichtspflichten. Der City Manager müsste sicherstellen, dass in Budgets und Berichten die gesamten aufgewendeten Mittel und die Arbeitszeit für THC-Tests von cannabisbezogenen Substanzen ausgewiesen werden.

Darüber hinaus wäre eine einmalige Prüfung aller Strafverfolgungsmaßnahmen wegen geringfügigen Marihuanabesitzes der vergangenen fünf Jahre durch die Stadtpolizei vorgeschrieben. Diese Prüfung müsste eine detaillierte Aufschlüsselung der Verhaftungen und Vorladungen nach demografischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Rasse und ethnischer Zugehörigkeit enthalten – ein klares Signal gegen mögliche Ungleichbehandlung.

Die Initiative fordert zudem die Ermittlung der durchschnittlichen Personalstunden und Gesamtkosten, die pro Anklage wegen geringfügigen Marihuanabesitzes anfallen – einschließlich der Zeit der Beamten, Transitzeiten und Bearbeitungszeiten. Damit soll die finanzielle Belastung durch entsprechende Strafverfolgungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden.

Kontext für deutsche Leser

In den USA ist Marihuana auf Bundesebene nach wie vor illegal, jedoch haben zahlreiche Bundesstaaten und Städte die Strafverfolgung eigenständig gelockert oder Cannabis legalisiert. Texas gehört zu den Bundesstaaten mit vergleichsweise strengen Drogengesetzen. Initiativen wie der „Houston Freedom Act" spiegeln einen wachsenden Trend in amerikanischen Städten wider, bei dem Kommunen versuchen, trotz restriktiver Bundesstaatsgesetze eigene Prioritäten in der Strafverfolgung zu setzen. Für Investoren im Cannabis-Sektor sind solche lokalpolitischen Entwicklungen ein wichtiger Indikator für die gesellschaftliche Akzeptanz und den regulatorischen Wandel in den USA.

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