US-Kernkapitalgüter: Aufträge steigen um 0,6 Prozent im Dezember
KI-Boom treibt Unternehmensinvestitionen – Auslieferungen legen noch stärker zu als erwartet

Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin robuste Investitionsbereitschaft: Die Auftragseingänge für Kernkapitalgüter – ein Schlüsselindikator für Unternehmensinvestitionen – sind im Dezember um 0,6 Prozent gestiegen. Das teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch mit.
Die Zahlen übertrafen die Erwartungen von Ökonomen, die lediglich ein Plus von 0,4 Prozent prognostiziert hatten. Besonders erfreulich: Die Auslieferungen von Kerninvestitionsgütern sprangen sogar um 0,9 Prozent nach oben, nachdem sie im November nur um 0,2 Prozent zugelegt hatten.
Bei den Kernkapitalgütern handelt es sich um Auftragseingänge für zivile Kapitalgüter ohne Flugzeuge. Diese Kennzahl gilt als verlässlicher Frühindikator für die Investitionsausgaben der Unternehmen und wird von Analysten weltweit genau beobachtet. Bereits im November waren die Aufträge um revidierte 0,8 Prozent gestiegen – ursprünglich war nur ein Plus von 0,4 Prozent gemeldet worden.
KI-Boom als Wachstumstreiber
Der anhaltende Investitionsboom wird maßgeblich durch den Aufschwung im Bereich künstliche Intelligenz getrieben. Rechenzentren verzeichnen ein rasantes Wachstum, da Unternehmen massiv in KI-Infrastruktur investieren. Dies führt zu einer deutlich erhöhten Nachfrage nach entsprechender Ausrüstung und Technologie.
Allerdings zeigt sich die US-Wirtschaft zweigeteilt: Während KI-nahe Bereiche boomen, kämpft das traditionelle verarbeitende Gewerbe mit den Folgen von Einfuhrzöllen. Diese haben die Produktionskosten erhöht und Investitionen gebremst.
Positive Prognosen für 2026
Ökonomen erwarten für das laufende Jahr eine breit angelegte Erholung des verarbeitenden Gewerbes. Als Gründe nennen sie nachlassende Unsicherheit bezüglich der Zollpolitik sowie die verzögerte Wirkung von Zinssenkungen. Für die Unternehmensinvestitionen in Ausrüstungen wird bereits das vierte Wachstumsquartal in Folge prognostiziert.
Die Gesamtwirtschaft dürfte im vierten Quartal 2025 mit einer annualisierten Rate von 3,0 Prozent gewachsen sein, wie eine Reuters-Umfrage unter Ökonomen ergab. Im dritten Quartal hatte die US-Wirtschaft noch um 4,4 Prozent expandiert. Die offizielle erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt wird am Freitag vom Bureau of Economic Analysis veröffentlicht.
Der aktuelle Bericht hatte sich aufgrund der letztjährigen Haushaltssperre der US-Regierung verzögert und liefert nun wichtige Daten für die BIP-Berechnung des vierten Quartals.
