US-Iran-Konflikt belastet Märkte: Ölpreise steigen, Asien im Feiertagsmodus
Gespannte Lage im Nahen Osten lässt Rohölpreise klettern, während asiatische Börsen zum Neujahrsfest pausieren.

Die Finanzmärkte stehen unter dem Eindruck zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Während große Teile Asiens zum Neujahrsfest nach dem Mondkalender geschlossen bleiben, dominiert die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten das Geschehen. Die Ölpreise reagierten prompt: Brent-Rohöl verteuerte sich am Donnerstag um 0,36 Prozent auf 70,60 Dollar je Barrel, US-Rohöl legte um 0,43 Prozent auf 65,47 Dollar zu.
Der seit langem schwelende Konflikt um das iranische Atomprogramm hat sich zuletzt verschärft. Zwar erzielten beide Seiten bei Gesprächen in Genf Fortschritte, doch bleiben laut Weißem Haus in zentralen Fragen Differenzen bestehen. Der Iran kündigte einen Vorschlag zur Beilegung der Unstimmigkeiten an. Gleichzeitig verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der ölproduzierenden Region.
Militärisches Risikoszenario beunruhigt Anleger
Marktteilnehmer zeigen sich nervös angesichts möglicher US-Militärschläge. "Das Risikoprofil neigt zu einem US-Angriff nach Börsenschluss am Freitag, wobei jede Attacke wahrscheinlich eher Wochen dauern würde", warnt Michael Every, Senior Global Strategist bei der Rabobank. Die Sorge vor Versorgungsunterbrechungen bei Erdöl treibt die Preise.
Derweil sorgt im Technologiesektor die Nachricht über einen mehrjährigen Milliardenvertrag zwischen Nvidia und Meta Platforms für Aufwind. Der Deal über den Verkauf von Millionen aktueller und zukünftiger KI-Chips verschafft den zuletzt unter Druck geratenen Tech-Aktien eine Verschnaufpause. Analysten sprechen von einer "dringend benötigten Atempause" nach den Bewertungsdiskussionen der vergangenen Wochen.
Fed-Protokoll stärkt US-Dollar
Am Devisenmarkt präsentiert sich der US-Dollar fest. Das Protokoll der jüngsten Federal-Reserve-Sitzung zeigt: Die US-Notenbank hat es nicht eilig mit Zinssenkungen. Mehrere Mitglieder signalisierten sogar Offenheit für Zinserhöhungen, sollte die Inflation hartnäckig bleiben. Die Uneinigkeit innerhalb der Fed offenbart sich besonders bei der Einschätzung der KI-Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Während einige einen produktivitätssteigernden Effekt erwarten, warnen andere vor finanziellen Risiken durch massive KI-Investitionen.
