Phillips 66 und Citgo planen Direktbezug von venezolanischem Rohöl
US-Raffinerien wollen ab April schweres Rohöl direkt von PDVSA beziehen

Die US-Raffineriebetreiber Phillips 66 und Citgo Petroleum bereiten sich darauf vor, ab April schweres Rohöl direkt vom venezolanischen Staatskonzern PDVSA zu beziehen. Damit würden sie den bisherigen Umweg über Handelshäuser wie Trafigura und Vitol sowie den Ölkonzern Chevron umgehen. Ziel ist es, die Gewinnmargen durch den direkten Einkauf zu maximieren, wie mit den Vorgängen vertraute Quellen berichten.
Die neue Strategie wird durch eine Generallizenz der Trump-Regierung ermöglicht, die Ende Januar umfassendere Ölexporte aus dem OPEC-Land genehmigt. US-Beamte erwarten, dass sich das Handelsvolumen in den kommenden Monaten auf 5 Milliarden US-Dollar erhöhen wird. Bislang hatten nur Trafigura und Vitol im Rahmen eines 2-Milliarden-Dollar-Geschäfts zwischen Caracas und Washington sowie Chevron Lizenzen für den venezolanischen Ölexport.
Phillips 66, einer der größten US-Raffineriebetreiber, arbeitet derzeit an der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und holt interne Genehmigungen für die Direktkäufe ein. Sobald diese vorliegen, plant das Unternehmen, eigene Tanker zu chartern, um das Rohöl direkt an den PDVSA-Terminals zu laden. Ein Sprecher von Phillips 66 bestätigte, dass die Anlagen des Unternehmens an der US-Golfküste eine breite Palette von Rohölsorten verarbeiten können und der Zugang zu schwerem Rohöl eine wertvolle Gelegenheit darstellt.
Preisvorteile beim Direktbezug
Im vergangenen Monat kaufte Phillips 66 bereits venezolanisches Öl von Vitol zu einem Preis, der etwa 9 US-Dollar pro Barrel unter der Brent-Notierung lag. Diese Preisdifferenz macht das schwere Rohöl aus Venezuela besonders attraktiv für US-Raffinerien, die auf die Verarbeitung dieser Sorte spezialisiert sind.
Auch Citgo Petroleum, der in venezolanischem Besitz befindliche US-Raffineriebetreiber, führt Gespräche über den direkten Kauf von Rohöl aus Venezuela. Das Unternehmen wünscht sich eine Lieferung an die US-Golfküste, wo sich seine Raffineriekapazitäten konzentrieren.
Politischer Rückenwind aus Washington
Das Weiße Haus signalisierte am Freitag Unterstützung für die Expansionspläne der Ölindustrie. "Das Team des Präsidenten arbeitet rund um die Uhr daran, Anfragen von Öl- und Gasunternehmen zu bearbeiten", erklärte Sprecherin Taylor Rogers. Die Trump-Regierung reagiere damit auf das enorme Interesse von Unternehmen aus dem Energiesektor.
Die Ausweitung des direkten Ölhandels zwischen den USA und Venezuela markiert einen bedeutenden Wandel in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Für die US-Raffinerien bietet der direkte Zugang zu venezolanischem Schweröl nicht nur Kostenvorteile, sondern auch eine größere Flexibilität in der Beschaffung.
