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Indiens Russland-Ölimporte fallen auf Zweijahrestief – Saudi-Arabien profitiert

Westliche Sanktionen und US-Handelsdruck zwingen Neu-Delhi zu drastischer Reduzierung der Rohölkäufe aus Moskau.

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Indiens Russland-Ölimporte fallen auf Zweijahrestief – Saudi-Arabien profitiert

Indien hat seine Ölimporte aus Russland im Januar auf den niedrigsten Stand seit Ende 2022 gedrosselt. Der weltweit drittgrößte Ölimporteur bezog im vergangenen Monat nur noch rund 1,1 Millionen Barrel pro Tag aus Russland – ein Rückgang von 23,5 Prozent gegenüber Dezember und etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Der Anteil russischen Öls an Indiens Gesamtimporten sank auf 21,2 Prozent, den geringsten Wert seit Oktober 2022. Damit verliert Moskau zunehmend seinen wichtigsten asiatischen Abnehmer, nachdem China bereits im November Indien als größten Käufer von russischem Rohöl auf dem Seeweg abgelöst hatte.

Hintergrund der Entwicklung sind westliche Sanktionen gegen Russland sowie der politische Druck aus Washington. Die USA hatten die Einfuhrzölle auf indische Waren wegen der russischen Ölkäufe erhöht. Im Rahmen eines Interims-Handelsabkommens senkte Washington den Zollsatz von 43 auf 18 Prozent – unter der Bedingung, dass Neu-Delhi die Käufe aus Moskau einstellt.

Weitere Rückgänge erwartet

Analysten rechnen mit einer Fortsetzung des Abwärtstrends. Sumit Ritola, Research-Analyst bei Kpler, prognostiziert für Februar Importe zwischen 1,0 und 1,2 Millionen Barrel pro Tag und für März einen weiteren Rückgang auf etwa 800.000 Barrel täglich. "Die russischen Lieferungen nach Indien werden mittelfristig eher allmählich zurückgehen als vollständig versiegen", erklärte Ritola.

Um die Versorgungslücke zu schließen, greifen indische Raffinerien verstärkt auf alternative Lieferanten zurück. Öl aus dem Nahen Osten machte im Januar bereits 55 Prozent der Gesamtimporte aus, während lateinamerikanische Sorten mit einem Anteil von 10 Prozent ein Zwölfmonatshoch erreichten.

Saudi-Arabien kehrt an die Spitze zurück

Die Verschiebung der Lieferströme lässt den Anteil der OPEC-Staaten an Indiens Rohölimporten auf ein Elfmonatshoch steigen. Saudi-Arabien hat sich bereits im Februar als wichtigster Lieferant Indiens zurückgemeldet – mit Importen auf Rekordniveau. Die Trump-Administration drängt Neu-Delhi zudem, die Energiekäufe aus den USA und möglicherweise Venezuela auszuweiten.

Die Entwicklung markiert das Ende einer lukrativen Phase für Indien, das seit Russlands Ukraine-Invasion 2022 massiv von vergünstigtem russischem Öl profitiert hatte. Zeitweise überstiegen die Importmengen 2 Millionen Barrel pro Tag – Öl, das von westlichen Nationen gemieden wurde.

Indien ÖlimporteRussland RohölSaudi-ArabienOPECUs-Handelspolitik

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