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Asiens Rohölimporte erreichen Rekordwert - Geopolitik verändert Lieferantenstruktur

Indien und China treiben Nachfrage auf 28,51 Millionen Barrel täglich - US-Handelsdeal verschiebt Importströme

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Asiens Rohölimporte erreichen Rekordwert - Geopolitik verändert Lieferantenstruktur

Asiens Rohölimporte erreichen im Februar 2026 einen historischen Höchststand von 28,51 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Dies geht aus Daten der Rohstoffanalysten Kpler hervor und markiert den höchsten jemals gemessenen Tageswert für die weltweit führende Importregion. Die starke Nachfrage folgt auf bereits robuste Ankünfte von 27,48 Millionen bpd im Dezember und 26,22 Millionen bpd im Januar.

Die Haupttreiber des Importanstiegs sind China und Indien, die weltweit größten beziehungsweise drittgrößten Rohölimporteure. Doch hinter den Rekordwerten vollzieht sich eine bedeutende Verschiebung in der Lieferantenstruktur, die maßgeblich durch geopolitische Entwicklungen beeinflusst wird. Besonders deutlich zeigt sich dies am Beispiel Indien, dessen Importmuster sich dramatisch wandelt.

Indiens Abkehr von russischem Öl

Indiens Rohölimporte steigen im Februar voraussichtlich auf 5,40 Millionen bpd, nach 5,18 Millionen bpd im Januar. Doch die Märzdaten offenbaren eine drastische Veränderung: Die erwarteten Ankünfte aus Russland brechen um 59 Prozent ein - von 1,43 Millionen bpd im Februar auf nur noch 593.000 bpd im März. Dieser Einbruch ist eine direkte Folge des Handelsabkommens zwischen Neu-Delhi und Washington.

Das Abkommen verpflichtet Indien, die Importe aus Russland zu drosseln und gleichzeitig jene aus den USA zu steigern. Bisher hält sich Neu-Delhi an die Zusage, russisches Öl zu reduzieren. Die angekündigte Steigerung amerikanischer Importe lässt jedoch noch auf sich warten - im März werden lediglich 161.000 bpd erwartet, der schwächste Wert seit Februar 2025. Aufgrund der längeren Transportzeiten dürfte es noch Monate dauern, bis sich eine Zunahme bemerkbar macht.

Saudi-Arabien gewinnt Marktanteile

Hauptprofiteur von Indiens Strategiewechsel ist Saudi-Arabien. Die Importe aus dem Königreich schnellen im Februar auf 1,03 Millionen bpd hoch, nach 774.000 bpd im Januar - der höchste Stand seit November 2019. Dieser Anstieg erfolgt parallel zu einer aggressiven Preisstrategie des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco.

Der offizielle Verkaufspreis (OSP) für die Referenzsorte Arab Light wurde für März auf Parität zum Durchschnitt von Oman/Dubai gesenkt, nachdem im Februar noch ein Aufschlag von 30 US-Cent pro Barrel fällig war. Dies markiert den niedrigsten OSP seit Dezember 2020 und unterstreicht Saudi-Arabiens Bemühungen, durch Preissenkungen Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile zurückzugewinnen.

China bleibt Russland treu

Auch in China zeigt die saudische Preisstrategie Wirkung. Die Importe aus Saudi-Arabien steigen im Februar auf 1,58 Millionen bpd, nach 1,20 Millionen bpd im Januar - der höchste Wert seit Juni 2025. Handelsquellen erwarten für März sogar bis zu 1,87 Millionen bpd, den stärksten Stand seit Oktober 2022.

Dennoch hält Peking an Russland als wichtigstem Lieferanten fest. Die Seelieferungen im Februar erreichen 2,02 Millionen bpd, nach 1,85 Millionen bpd im Januar. Diese Werte markieren Rekorde in den bis 2013 zurückreichenden Kpler-Aufzeichnungen. China zeigt damit weiterhin die Bereitschaft, trotz westlicher Sanktionen russisches Rohöl zu kaufen - die angebotenen Preisnachlässe überwiegen offenbar politische Bedenken.

Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, wie geopolitische Faktoren die globalen Energieströme umgestalten. Während Indien unter US-Druck seine Lieferantenstruktur anpasst, nutzt Saudi-Arabien aggressive Preissenkungen zur Marktanteilsgewinnung. China hingegen bleibt pragmatisch und sichert sich weiterhin günstige russische Lieferungen.

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