US-Inflation steigt wieder auf 2,6 Prozent
Kernrate bleibt erhöht, Fed plant weitere Zinssenkung im Dezember

Die Inflation in den USA ist im Oktober wieder angestiegen. Laut dem US-Arbeitsministerium in Washington betrug die Inflationsrate 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im September lag die Rate noch bei 2,4 Prozent, dem niedrigsten Wert seit Februar 2021, nachdem sie zuvor sechs Monate in Folge gesunken war. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise im Oktober um 0,2 Prozent. Auch in Deutschland zeigt sich derzeit eine ähnliche Entwicklung, bei der die Inflationsrate zuletzt wieder höher ausfiel.
Obwohl die Inflationsrate in den USA gestiegen ist, wird dieser Anstieg nicht als Trend zu einem nachhaltig höheren Niveau interpretiert. Elmar Völker, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, erklärt, dass der Anstieg vor allem auf Basiseffekte zurückzuführen sei, da das Preisniveau im Vergleichsmonat Oktober 2023 relativ niedrig war. Zu den Preistreibern zählen insbesondere die Wohnkosten, die Preise für Gebrauchtwagen sowie Flugtickets. Diese Entwicklungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Inflationsrate im Oktober angezogen hat.
Die sogenannte Kerninflationsrate, welche Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, blieb im Oktober unverändert bei 3,3 Prozent. Diese Kennzahl wird von der US-Notenbank Federal Reserve besonders genau beobachtet, da sie den allgemeinen Preistrend laut Expertenmeinung verlässlicher widerspiegelt als die Gesamtrate. Die weiterhin erhöhte Kernrate zeigt aus Sicht der Notenbank, dass noch ein weiter Weg nötig ist, um das angestrebte Stabilitätsziel von zwei Prozent zu erreichen. Dies deutet darauf hin, dass die Fed trotz des Anstiegs der allgemeinen Inflationsrate auch weiterhin Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung ergreifen muss.
Erst vor wenigen Tagen senkte die US-Notenbank, wie allgemein erwartet, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Für den kommenden Dezember wird eine weitere Zinssenkung erwartet. Unsicher ist jedoch die weitere Entwicklung im Jahr 2025. Im Januar wird Donald Trump das Präsidentenamt antreten, und seine politischen Pläne könnten laut Ökonomen zu einer höheren Inflation führen. Dies könnte den Spielraum der Fed für weitere Zinssenkungen einschränken. Die ökonomische Zukunft der USA bleibt daher ungewiss, da die zukünftige Geldpolitik der Fed maßgeblich davon abhängen wird, wie sich die Inflation unter den neuen politischen Bedingungen entwickelt.
