US-Erzeugerpreise steigen im Januar stärker als erwartet
Der amerikanische Erzeugerpreisindex legte im Januar um 0,5 Prozent zu und übertraf damit die Prognosen der Ökonomen deutlich.

Die US-Erzeugerpreise sind im Januar kräftiger gestiegen als erwartet. Das Bureau of Labor Statistics meldete am Freitag einen Anstieg des Erzeugerpreisindex (PPI) für die Endnachfrage um 0,5 Prozent – nach einem nach unten revidierten Plus von 0,4 Prozent im Dezember. Analysten hatten lediglich einen Zuwachs von 0,3 Prozent prognostiziert.
Haupttreiber des Anstiegs war ein Sprung von 0,8 Prozent bei den Dienstleistungspreisen. Besonders auffällig: Die Handelsdienstleistungen, die Margenveränderungen bei Groß- und Einzelhändlern messen, legten um 2,5 Prozent zu. Die Margen im Großhandel mit professioneller und gewerblicher Ausrüstung stiegen sogar um 14,4 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Unternehmen Zölle an ihre Kunden weitergeben.
Preisanstiege verzeichneten zudem der Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen und Accessoires, der Großhandel mit Chemikalien sowie der Bereich der drahtgebundenen Telekommunikationsdienste. Auch im Einzelhandel mit Gesundheits- und Schönheitsprodukten sowie im Lebensmittel- und Alkoholhandel zogen die Preise an.
Jahresrate leicht rückläufig
Im Zwölf-Monats-Vergleich bis Januar stieg der PPI um 2,9 Prozent, nach 3,0 Prozent im Dezember. Der leichte Rückgang der Jahresrate ist technischer Natur: Hohe Vorjahreswerte fallen aus der Berechnung heraus. Der Bericht erschien mit Verzögerung, da ein kurzfristiger Shutdown der US-Bundesregierung Anfang Februar die Veröffentlichung verzögerte.
Auf der Güterseite fielen die Erzeugerpreise hingegen um 0,3 Prozent. Energie verbilligte sich um 2,7 Prozent, Lebensmittel um 1,5 Prozent. Ohne diese volatilen Komponenten stiegen die Güterpreise allerdings kräftig um 0,7 Prozent.
Bedeutung für die Fed-Inflation
Die PPI-Daten sind für Anleger und Notenbanker besonders relevant, weil bestimmte Komponenten in die Berechnung des PCE-Preisindex einfließen – dem von der US-Notenbank Federal Reserve bevorzugten Inflationsmaß. Ökonomen schätzten vor den PPI-Daten, dass die Kern-PCE-Inflation im Januar um bis zu 0,5 Prozent gestiegen sein könnte, was einem Jahresanstieg von 3,1 Prozent entspräche. Im Dezember hatte die Kern-PCE-Inflation noch bei 0,4 Prozent monatlich und 3,0 Prozent jährlich gelegen.
Der verzögerte PCE-Inflationsbericht soll nun am 13. März veröffentlicht werden. Für die Fed, die ein Inflationsziel von 2,0 Prozent verfolgt, dürften die Daten die Erwartung stützen, die Zinsen vorerst nicht weiter zu senken.
