Fed-Banker Goolsbee erwartet mehrere Zinssenkungen 2026
Chicago-Fed-Chef Austan Goolsbee signalisiert weiteren geldpolitischen Lockerungskurs – warnt aber vor überhasteten Schritten.

Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, rechnet mit mehreren Zinssenkungen der US-Notenbank im laufenden Jahr sowie im Jahr 2026. In einem Interview mit Fox News bezeichnete er sich selbst als einen der optimistischeren Währungshüter innerhalb der Fed. Gleichzeitig mahnte er zur Geduld und Vorsicht bei der Umsetzung weiterer Lockerungsschritte.
Goolsbee betonte, er wolle die Zinssenkungen nicht zu stark vorziehen. Voraussetzung für weitere Schritte sei, dass die Fed eindeutige Belege für eine Rückkehr der Inflation auf das angestrebte Ziel von 2 Prozent vorliegen habe. Ein zu schnelles Vorgehen berge das Risiko, die Wirtschaft und die Inflation erneut zu überhitzen.
Balanceakt zwischen Wachstum und Preisstabilität
Die Aussagen Goolsbees spiegeln den Balanceakt wider, vor dem die US-Notenbank derzeit steht. Einerseits drücken hohe Zinsen auf Konsum und Investitionen, andererseits bleibt die Inflation hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel. Die Fed hatte ihren Leitzins zuletzt in einem Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen.
Für deutsche und europäische Anleger sind die Signale aus Washington von besonderer Bedeutung. Die Zinspolitik der Fed beeinflusst maßgeblich den Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar sowie die Kapitalflüsse in internationale Märkte. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Entwicklungen in den USA genau.
Goolsbees Aussagen deuten darauf hin, dass die Fed einen datenabhängigen Kurs beibehält. Anleger sollten daher kommende Inflations- und Arbeitsmarktdaten aus den USA besonders aufmerksam verfolgen, da diese den Zeitplan möglicher Zinssenkungen maßgeblich bestimmen werden.
