US-Erzeugerpreise steigen im Januar deutlich stärker als erwartet
Der amerikanische Erzeugerpreisindex legte um 0,5 Prozent zu – Ökonomen hatten nur 0,3 Prozent prognostiziert.
Die Inflation in den USA zeigt sich hartnäckiger als gedacht. Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) für die Endnachfrage stieg im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Bureau of Labor Statistics des US-Arbeitsministeriums am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 0,3 Prozent erwartet.
Haupttreiber des Anstiegs war der Dienstleistungssektor, der um 0,8 Prozent zulegte. Besonders auffällig: Die Handelsdienstleistungen, die Margenveränderungen bei Groß- und Einzelhändlern messen, stiegen um 2,5 Prozent. Im Großhandel mit professioneller und gewerblicher Ausrüstung kletterten die Margen sogar um 14,4 Prozent – ein deutliches Zeichen dafür, dass Unternehmen Zölle an ihre Kunden weitergeben.
Preisanstiege verzeichneten auch der Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen und Accessoires sowie der Großhandel mit Chemikalien. Hinzu kamen höhere Preise bei leitungsgebundenen Telekommunikationsdiensten, im Gesundheits- und Schönheitseinzelhandel sowie im Lebensmittel- und Alkoholhandel.
Warenpreise geben nach – Kernrate zieht an
Auf der Warenseite hingegen sanken die Erzeugerpreise um 0,3 Prozent. Energie verbilligte sich um 2,7 Prozent, Lebensmittel um 1,5 Prozent. Ohne Nahrungsmittel und Energie stiegen die Warenpreise allerdings kräftig um 0,7 Prozent.
Im Jahresvergleich legte der PPI um 2,9 Prozent zu, nach 3,0 Prozent im Dezember. Die leichte Abschwächung der jährlichen Rate erklärt sich dadurch, dass hohe Vorjahreswerte aus der Berechnung herausfielen – kein Zeichen einer echten Entspannung.
Bedeutung für die Fed und den PCE-Index
Für deutsche Anleger ist der PPI-Bericht aus einem wichtigen Grund relevant: Einzelne Komponenten fließen direkt in den PCE-Preisindex ein, den bevorzugten Inflationsmaßstab der US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed strebt eine PCE-Inflation von 2,0 Prozent an.
Vor Veröffentlichung der PPI-Daten schätzten Ökonomen, dass die Kern-PCE-Inflation im Januar um bis zu 0,5 Prozent gestiegen sein könnte – was einem Jahresanstieg von rund 3,1 Prozent entspräche. Im Dezember hatte die Kernrate noch bei 0,4 Prozent monatlich und 3,0 Prozent jährlich gelegen. Der offizielle PCE-Bericht für Januar soll wegen des kurzzeitigen Regierungsstillstands (Government Shutdown) verzögert am 13. März veröffentlicht werden.
