Eurozone-Verbraucher senken Inflationserwartungen laut EZB-Umfrage
Die Inflationserwartungen in der Eurozone sind im Januar gesunken – ein Signal für die Geldpolitik der EZB.

Die Verbraucher in der Eurozone blicken optimistischer auf die Preisentwicklung. Laut der monatlichen Verbrauchererwartungsumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Freitag veröffentlicht wurde, senkten die Befragten ihre Inflationserwartungen für das kommende Jahr von 2,8% auf 2,6%. Die Umfrage erfasste rund 19.000 Erwachsene in elf Ländern der Eurozone.
Auch die langfristigen Erwartungen gaben nach. Die Prognosen für das Preiswachstum in fünf Jahren wurden von 2,4% auf 2,3% zurückgeschraubt. Lediglich die Drei-Jahres-Erwartungen blieben unverändert bei 2,6%.
Inflation weitgehend unter Kontrolle
Die tatsächliche Inflation in der Eurozone bewegte sich über weite Strecken des Jahres 2025 nahe am 2%-Ziel der EZB. Im vergangenen Monat fiel sie sogar darunter. Sinkende Energiekosten und günstige Importpreise – insbesondere aus China – dürften die Teuerung auch in den kommenden Monaten dämpfen.
Diese Entwicklung spiegelt sich in der geldpolitischen Debatte wider. Die EZB diskutiert seit Monaten nicht mehr über eine Änderung ihrer Zinspolitik. Einige Währungshüter sorgen sich sogar, dass die Inflation mittelfristig zu niedrig ausfallen könnte – eine Umkehrung der Sorgen aus der Hochinflationsphase.
Einkommenserwartungen leicht gestiegen
Gleichzeitig zeigt die Umfrage einen leichten Anstieg der Einkommenserwartungen. Die Befragten rechnen mit einem Einkommenswachstum von 1,2%, nach zuvor 1,1%. Die Erwartungen für das gesamtwirtschaftliche Wachstum blieben hingegen unverändert.
Das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Eurozone bleibt damit intakt. Das tatsächliche Wirtschaftswachstum fiel in den vergangenen Quartalen besser aus als von vielen Analysten erwartet. Unternehmen passen sich offenbar zunehmend an die Unsicherheiten an, die durch die wechselhafte Zollpolitik der Trump-Administration in den USA entstehen.
