US DFC genehmigt 500 Millionen Dollar für Exporte in Schwellenländer
Handelsfinanzierungslinie soll US-Exporte nach Südamerika, Südostasien und Afrika ankurbeln.

Die US-amerikanische International Development Finance Corp (DFC) hat eine Handelsfinanzierungslinie in Höhe von 500 Millionen US-Dollar genehmigt. Das gab der Chief Executive der Agentur, Ben Black, am Mittwoch bekannt. Die Linie soll US-Unternehmen den Zugang zu Schwellenmärkten in Südamerika, Südostasien und Afrika erleichtern.
Der Verwaltungsrat der DFC billigte die Linie, die Gegenbürgschaften im Rahmen einer Partnerschaft mit der International Finance Corp (IFC) anbieten wird. Die IFC ist der private Zweig der Weltbank und bringt ihr Global Trade Finance Program in die Zusammenarbeit ein.
Hintergrund und Ziele der Initiative
„Das Ziel ist es, das Programm auszuweiten und die US-Exporte weiter zu steigern“, sagte Black in einem Interview mit Reuters. Unter seiner Führung hat die DFC ihre Investitionsobergrenze auf 205 Milliarden Dollar angehoben. Der Fokus der Agentur hat sich von traditioneller Armutsbekämpfung hin zu Bergbau, extraktiven Industrien, Energie und digitaler Infrastruktur verschoben.
Mit dieser Neuausrichtung will die DFC dem globalen Einfluss Chinas entgegenwirken und wichtige Lieferketten für die USA sichern. Black erklärte, die Handelslinie könne bis zu 20 Milliarden Dollar an US-Exporten in neue und herausfordernde Märkte freisetzen. In diesen Märkten dominieren oft Wettbewerber aus anderen Ländern.
Arbeitsplätze und betroffene Branchen
Das Programm soll bis zu 10.000 Arbeitsplätze in den USA unterstützen. Mehreren Branchen wird die Finanzierungslinie zugutekommen, darunter der Landwirtschaft mit Naturfasern, Getreide, Soja und diversifizierten essbaren Nutzpflanzen. Auch Grundmetalle wie Eisen und Stahl sowie Industrie- und Konsumgüter wie Computer, Elektroprodukte, leichte Fahrzeuge und Industriemaschinen sind betroffen.
Ziel sei es, neue Beziehungen aufzubauen und bestehende Verbindungen zwischen lokalen Unternehmen, ausländischen ausstellenden Banken, US-Exporteuren und US-bestätigenden Banken zu stärken. Die DFC spricht von einem „selbstverstärkenden Kreislauf“, der in den kommenden Jahren weitere Möglichkeiten für US-Exporte generieren soll.
Fokus auf kleine Banken und US-Bundesstaaten
Black sagte, die Bürgschaften würden kleine Banken und Finanzinstitute in Mittel- und Südamerika, Südostasien und Afrika unterstützen. Diese Institute benötigten Kreditunterstützung, um den Kauf US-amerikanischer Waren zu finanzieren. Die DFC gab an, zunächst mit einer anfänglichen Liste von Banken in bestimmten Ländern zu beginnen, die historisch gesehen aktiv beim Import US-amerikanischer Waren tätig gewesen seien. Weitere Angaben machte die Behörde dazu nicht.
Die größten Vorteile sollten sich nach Einschätzung von Black vor allem in Iowa, Ohio, Colorado, Kansas, Pennsylvania und Michigan bemerkbar machen. Die DFC erklärte, die Finanzierungslinie sei insbesondere für kleine US-Unternehmen hilfreich, die in risikoreichere neue Märkte einsteigen und sich das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Importeuren nicht leisten könnten.
Erfolgsbilanz der IFC
Black verwies darauf, dass das Global Trade Finance Program der IFC über 20 Jahre hinweg Handelsgeschäfte in Höhe von 141 Milliarden Dollar finanziert habe, ohne Verluste zu verzeichnen. Die DFC werde zudem Gebühren für die Kreditbürgschaften erhalten. Über einen Zeitraum von zehn Jahren könnten dadurch Einnahmen in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar generiert werden.
