US-Demokraten planen Zerschlagung großer Fleischverarbeitungskonzerne
Senator Chuck Schumer will Gesetzentwurf einbringen, der Fleischriesen wie JBS und Smithfield Foods direkt trifft.

Demokratische Senatoren in den USA bereiten einen weitreichenden Gesetzentwurf vor, der die Fleischindustrie grundlegend umstrukturieren soll. Minderheitsführer Chuck Schumer (D., N.Y.) plant, das Gesetz in den kommenden Tagen einzubringen. Ziel ist es, die anhaltend hohen Rindfleischpreise für amerikanische Verbraucher zu senken.
Der Entwurf sieht vor, Unternehmen zu untersagen, mehr als eine Fleischsorte zu verarbeiten. Darüber hinaus könnten große Verarbeiter gesetzlich dazu verpflichtet werden, ihre Rindfleischwerke als eigenständige Einheiten abzuspalten. Dies geht aus einer unter den Abgeordneten kursierenden Zusammenfassung des Gesetzentwurfs hervor.
Ausländische Eigentümer im Visier
Besonders brisant ist eine geplante Überprüfung von Fleischunternehmen in ausländischem Besitz. Betroffen wären demnach der brasilianische Branchenriese JBS sowie Smithfield Foods, der weltgrößte Schweinefleischproduzent. Smithfield befindet sich mehrheitlich im Besitz der in Hongkong ansässigen WH Group und ist damit ein direktes Ziel der neuen Regelungen.
Die Initiative ist Teil einer breiteren Strategie der Demokraten, die Lebenshaltungskosten für US-Verbraucher zu senken. Rindfleischpreise in den USA haben zuletzt Rekordniveaus erreicht, was erheblichen politischen Druck erzeugt hat. Schumer und seine Partei sehen die Marktkonzentration in der Fleischindustrie als wesentlichen Preistreiber.
Für deutsche Investoren ist die Entwicklung relevant, da JBS und die WH Group an internationalen Börsen gelistet sind. Eine Zerschlagung großer Verarbeitungskonzerne würde die globalen Fleischmärkte und Lieferketten erheblich beeinflussen. Ob der Gesetzentwurf im aktuellen politischen Klima eine Mehrheit findet, bleibt jedoch abzuwarten.
