Kabinett beschließt: Felbermayr soll Wirtschaftsweiser werden
Der österreichische Ökonom Gabriel Felbermayr soll als neues Mitglied in den Sachverständigenrat berufen werden.

Das Bundeskabinett hat auf Vorschlag von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche beschlossen, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Berufung des österreichischen Ökonomen Gabriel Felbermayr in den Rat der Wirtschaftsweisen vorzuschlagen. Felbermayr soll die bisherige Ratsmitglied Ulrike Malmendier ersetzen. Der Sachverständigenrat berät die Bundesregierung in wirtschaftspolitischen Fragen.
Felbermayr ist derzeit Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) in Wien – eines der renommiertesten Wirtschaftsforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum. Das 1927 von Ökonomen-Legenden Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises gegründete Institut steht für marktwirtschaftliche Tradition und liberale Wirtschaftspolitik.
Experte für Handel und Geoökonomie
Laut Bundeswirtschaftsministerium bringe Felbermayr ausgewiesene Expertise in den Bereichen Handelspolitik, Geoökonomie und Europäische Integration mit. Gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen – von US-Handelszöllen bis hin zu den Folgen des Ukraine-Kriegs für die europäische Wirtschaft – seien diese Kompetenzen von besonderem Wert für die Arbeit des Gremiums.
Felbermayr ist kein Unbekannter in deutschen Wirtschaftskreisen. Von 2010 bis 2019 leitete er das Ifo-Zentrum für internationale Wirtschaft an der Universität München. Anschließend übernahm er die Leitung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), bevor er zum Wifo wechselte. Zudem ist er bereits Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums.
Für Anleger ist die Besetzung des Sachverständigenrats durchaus relevant: Die fünf Wirtschaftsweisen beeinflussen mit ihren Gutachten und Empfehlungen die wirtschaftspolitische Agenda der Bundesregierung – von Steuerpolitik über Arbeitsmarktreformen bis hin zu Investitionsstrategien. Mit Felbermayr rückt ein ausgewiesener Freihandels-Experte in das einflussreiche Beratungsgremium.
