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US-Bundesstaaten verschärfen Regulierung für Rechenzentren drastisch

Kalifornien und Texas ziehen regulatorische Zügel für KI-getriebene Rechenzentren an.

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US-Bundesstaaten verschärfen Regulierung für Rechenzentren drastisch

Angesichts des rasanten Wachstums von Rechenzentren, die durch den KI-Boom massiv an Bedeutung gewonnen haben, ziehen die US-Bundesstaaten Kalifornien und Texas die regulatorischen Zügel an. Beide Bundesstaaten reagieren damit auf wachsende Bedenken hinsichtlich der Belastung der Stromnetze, des Wasserverbrauchs und der steigenden Kosten für Endverbraucher.

In Kalifornien hat Gouverneur Gavin Newsom ein Gesetzespaket unterzeichnet, das sieben neue Regelungen umfasst. Diese verpflichten Betreiber von Rechenzentren zur Offenlegung detaillierter Informationen über ihren Strom- und Wasserverbrauch, die Landnutzung sowie den Arbeitskräftebedarf. Ziel der Maßnahmen ist es, die lokale Aufsicht zu stärken und sicherzustellen, dass die Kosten für den notwendigen Netzausbau nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.

Zudem müssen sich die Betreiber künftig an staatliche Energiebeschaffungsvorgaben halten, um die Integration sauberer Energien in das Netz zu fördern. Newsom betonte, dass die Bevölkerung Vorrang habe und die Profite der Branche nicht zulasten der Bürger gehen dürften.

Industrie warnt vor Standortnachteilen

Die Industrie reagiert kritisch auf die Verschärfung: Die „Data Center Coalition“ warnte, dass die neuen Anforderungen zu Unsicherheiten führen und den Standort Kalifornien, der bereits einen rückläufigen Markt darstelle, weiter schwächen könnten. Laut Khara Boender, Direktorin für Regierungsangelegenheiten des Verbandes, könnten diese Maßnahmen Investitionen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in benachbarte Bundesstaaten abwandern lassen.

Parallel dazu hat der texanische Gouverneur Greg Abbott drastischere Schritte eingeleitet. Er hat die staatliche Umweltbehörde angewiesen, die Erteilung neuer Genehmigungen für Rechenzentren vorerst vollständig zu stoppen. Dieser Stopp gilt, bis eine umfassende Prüfung des texanischen Stromnetzes durch den Netzbetreiber ERCOT abgeschlossen ist.

Derzeit warten Projekte mit einem Gesamtbedarf von über 470 Gigawatt auf einen Netzanschluss – das entspricht mehr als dem Fünffachen der bisherigen Spitzenlast des Bundesstaates. Diese Zahl verdeutlicht das enorme Ausmaß der Herausforderung, vor der Texas steht.

Abbott vollzieht Kurswechsel

Abbott, der zuvor als Befürworter der Branche galt, begründete den Kurswechsel damit, dass die Interessen der texanischen Bevölkerung Vorrang hätten. Rechenzentren müssten „ihren eigenen Weg finanzieren“ und die Ressourcen des Staates schützen. Experten wie Ed Hirs von der University of Houston wiesen darauf hin, dass Abbott damit von seinen früheren Versprechen abrückt, wonach Rechenzentren zu niedrigeren Strompreisen führen würden.

Ein Zeitplan für das Ende des Genehmigungsstopps oder den Abschluss des Audits wurde bisher nicht kommuniziert. Für Anleger und Betreiber von Rechenzentren bedeutet dies eine Phase erheblicher Unsicherheit in zwei der wichtigsten US-Wirtschaftsregionen.

Die Entwicklungen in Kalifornien und Texas könnten Signalwirkung für andere Bundesstaaten haben. Der Konflikt zwischen dem wirtschaftlichen Potenzial der KI-Industrie und den infrastrukturellen Belastungen wird sich in den kommenden Monaten weiter zuspitzen. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiger Indikator: Die Regulierung von Rechenzentren wird zu einem zentralen Standortfaktor in den USA.

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