US-Aktienfonds erzielen 2026 trotz schwachem Quartal 10,3 Prozent
S&P-500-Fonds legen im Quartal 2,2 Prozent zu, doch der Zinsanstieg drückt auf Anleihen und internationale Fonds.

Der US-Aktienmarkt hat 2026 eine solide erste Jahreshälfte hingelegt, tat sich im dritten Quartal aber schwer, das Spiel nach vorne zu tragen. Für Fondsinvestoren steht dennoch ein Gewinn zu Buche: Auf den S&P 500 ausgerichtete Fonds verzeichneten im Quartal eine durchschnittliche Gesamtrendite von 2,2 Prozent. Insgesamt lagen die Gesamtrenditen US-amerikanischer Aktienfonds und ETFs im Quartalsdurchschnitt jedoch 2,4 Prozent im Minus – ein Rückgang, der den Jahresgewinn auf 10,3 Prozent dämpfte. Diese Zahlen stammen aus Statistiken des Datenanbieters LSEG.
Der Blick auf das Gesamtjahr bleibt damit erfreulich: Trotz des schwachen dritten Quartals können Fondsinvestoren mit einem Sieg rechnen. International aufgestellte Aktienfonds notierten im Quartalsdurchschnitt 0,4 Prozent im Minus, wodurch sich ihre Rendite seit Jahresbeginn auf 10,1 Prozent korrigierte. Besonders deutlich wurde die Nervosität der Anleger bei den Anleihen.
Zwei Entwicklungen prägten das Quartal: der Anstieg der Zinssätze und die Verlangsamung des „Hochgeschwindigkeitszugs" der Tech-Aktien. Beide Faktoren haben viele Anleger verunsichert. Hochfliegende Aktien, insbesondere solche mit Bezug zur künstlichen Intelligenz (KI), geraten damit stärker in den Fokus der Risikoabwägung.
Die Details
Saira Malik, Chief Investment Officer bei Nuveen, warnt in diesem Zusammenhang: Hochfliegende Aktien, insbesondere solche im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, „könnten anfällig für einen Ausverkauf sein, wenn Investoren entscheiden, stattdessen die derzeit erhöhten risikofreien Zinssätze zu nutzen". Damit spricht sie ein zentrales Motiv des Quartals an: Steigen die risikofreien Renditen, wird die Alternative zu Aktien attraktiver.
Die USA setzen die Anleger mit ihren Staatsanleihen unter Druck. US-Staatsanleihen (Treasurys) wurden zuletzt stark unter Druck gesetzt, was die Renditen auf mehrjährige Höchststände trieb. Wichtig zum Verständnis: Anleiherenditen und Anleihekurse bewegen sich gegenläufig – steigen die Renditen, fallen die Kurse.
Chris Osmond, Chief Investment Officer bei Fifth Third Wealth Advisors, ordnet die Stimmung so ein: „Investoren sind der Überzeugung, dass der Entschluss der Federal Reserve die Inflation letztlich unter Kontrolle bringen wird, was eine Voraussetzung für eine dauerhafte Rallye an den Aktienmärkten ist."
Am härtesten traf es im Quartal die Anleihefonds. Fonds, die sich auf Investment-Grade-Schuldtitel konzentrieren – die häufigste Art von Festverzinslichen –, verzeichneten eine negative Gesamtrendite von 3,7 Prozent. Dadurch sank ihr Jahresgewinn auf 3,0 Prozent.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuellen Zahlen markieren eine spürbare Abkühlung nach einem außergewöhnlich starken ersten Halbjahr. Bereits am 07.06.2026 berichtete aktien.news, dass der durchschnittliche US-Aktienfonds oder ETF im bisherigen Jahresverlauf eine Gesamtrendite von 11,5 Prozent verzeichnete. Angetrieben wurde dieser Aufschwung von einer zweimonatigen Aktienrally, die vor allem von Chip-Unternehmen getragen wurde. Laut LSEG verzeichneten die Fonds im Mai eine Gesamtrendite von 4,4 Prozent, nach einem Gewinn von 10,3 Prozent im Vormonat.
Am 05.07.2026 meldete aktien.news einen noch stärkeren Wert: Der durchschnittliche US-Aktienfonds oder ETF erzielte im zweiten Quartal eine Gesamtrendite von 17,1 Prozent und lag damit für das bisherige Jahr mit 13,4 Prozent im Plus. Allein im Juni betrug die Gesamtrendite 1,1 Prozent. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite verzeichneten ihre besten Quartale seit 2020 und erreichten Rekordhochs; auch der Dow Jones schloss den Monat auf einem Rekordniveau. Haupttreiber war das anhaltende Vertrauen der Anleger in Technologieaktien – insbesondere aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz.
Zum Start des vierten Quartals, am 02.10.2026, berichtete aktien.news, dass der S&P 500 im Jahr 2026 zuletzt zwölf Prozent im Plus lag und damit weniger als zwei Prozent unter seinem Rekordhoch von Mitte August, während der technologiebetonte Nasdaq Composite um mehr als 15 Prozent zulegte. Schon damals galten der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen, die bevorstehende Berichtssaison und die Zwischenwahlen als Herausforderungen. Ebenfalls am 01.10.2026 berichtete aktien.news, dass der Sektor „Technology & Technology Innovation" bis zum 25. September 34,1 Prozent über dem Niveau zu Jahresbeginn lag – der am besten performende Investment-Association-Sektor des laufenden Jahres.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktienfonds oder ETFs investiert sind, zeigt das Quartal zweierlei. Erstens: Die Jahresbilanz bleibt mit 10,3 Prozent im Plus für US-Fonds und 10,1 Prozent für internationale Fonds deutlich positiv – die Rückschläge des dritten Quartals haben den Gesamtgewinn gedämpft, aber nicht umgekehrt. Zweitens: Die Streuung innerhalb der US-Fonds ist groß. Während S&P-500-Fonds im Quartal 2,2 Prozent zulegten, lagen US-Aktienfonds und ETFs im Durchschnitt 2,4 Prozent im Minus. Wer breit gestreut ist, spürt diese Unterschiede direkt im Depot.
Ein weiterer Punkt betrifft die Rolle von Anleihen im Portfolio. Investment-Grade-Anleihefonds verloren im Quartal 3,7 Prozent und liegen im Jahr nur noch 3,0 Prozent im Plus. Der Anstieg der Zinssätze hat damit nicht nur Aktien, sondern auch die als stabiler geltende Beimischung getroffen. Das Umfeld erhöhter risikofreier Zinssätze verändert die Abwägung zwischen Aktien, Anleihen und anderen Anlagen.
Das Zitat von Nuveen-CIO Saira Malik macht die zentrale Spannung deutlich: KI-nahe Aktien könnten unter Druck geraten, wenn Anleger stattdessen auf die erhöhten risikofreien Zinssätze setzen. Ob es dazu kommt, hängt laut Chris Osmond von Fifth Third Wealth Advisors davon ab, ob die Federal Reserve die Inflation unter Kontrolle bringt. Beide Aussagen sind Einschätzungen der zitierten Experten, keine Prognosen von aktien.news.
Ausblick
Die kommenden Wochen bleiben nach Einschätzung aus dem Quelltext anspruchsvoll. Als Herausforderungen gelten weiterhin der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen, die bevorstehende Berichtssaison sowie die Zwischenwahlen, wie aktien.news bereits am 02.10.2026 berichtete. In den kommenden Wochen beginnt zunächst die Phase der Gewinnwarnungen, danach folgen die Quartalsberichte der Unternehmen.
Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, wie sich die Zinssätze und die Inflation entwickeln. Chris Osmond nennt die Überzeugung der Investoren, dass die Federal Reserve die Inflation letztlich unter Kontrolle bringt, ausdrücklich eine Voraussetzung für eine dauerhafte Rallye an den Aktienmärkten. Saira Malik verweist auf die Anfälligkeit hochfliegender KI-Aktien für einen Ausverkauf, sollten Anleger die erhöhten risikofreien Zinssätze bevorzugen.
Kurz erklärt
- Gesamtrendite: Die Rendite einer Anlage einschließlich Kursgewinnen oder -verlusten und erhaltener Ausschüttungen.
- Investment-Grade-Schuldtitel: Anleihen von Schuldnern mit vergleichsweise guter Bonität und entsprechend geringerem Ausfallrisiko.
- Risikofreier Zinssatz: Die Rendite einer als nahezu ausfallsicher geltenden Anlage, häufig gemessen an Staatsanleihen.
