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UN-Lebensmittelpreisindex steigt den dritten Monat in Folge

Höhere Energiekosten und Lieferunterbrechungen im Nahen Osten treiben die weltweiten Nahrungsmittelpreise weiter nach oben.

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UN-Lebensmittelpreisindex steigt den dritten Monat in Folge

Die weltweiten Nahrungsmittelpreise sind im April erneut gestiegen – bereits zum dritten Mal in Folge. Der Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) kletterte auf durchschnittlich 130,7 Punkte. Das entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem revidierten Märzwert und liegt 2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Als Haupttreiber nennt die FAO höhere Energiekosten sowie anhaltende Lieferunterbrechungen im Nahen Osten.

Der FAO-Lebensmittelpreisindex bildet einen Korb weltweit gehandelter Nahrungsmittelrohstoffe ab und gilt als wichtiger Frühindikator für globale Ernährungssicherheit. Für deutsche Verbraucher und Anleger ist der Index besonders relevant, da er Preisdruck in der Lebensmittelproduktion frühzeitig signalisiert.

Pflanzenöle und Fleisch als stärkste Preistreiber

Besonders stark verteuerten sich Pflanzenöle: Sie stiegen im Vergleich zum Vormonat um 5,9 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit Juli 2022. Palmöl legte aufgrund der Aussicht auf eine stärkere Nachfrage nach Biokraftstoffen zu – bedingt durch politische Anreize in mehreren Erzeugerländern sowie höhere Rohölpreise. Soja- und Rapsöl profitierten von einer robusten Biokraftstoffproduktion in den USA und der Europäischen Union, während Sonnenblumenöl durch ein knappes Angebot aus der Schwarzmeerregion gestützt wurde.

Auch die Fleischpreise erreichten im April ein Rekordhoch. Sie stiegen um 1,2 Prozent gegenüber März und lagen damit 6,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Rindfleisch markierte einen neuen Höchststand, getrieben durch begrenztes Angebot in Brasilien und starke Nachfrage aus China. Schweine- und Geflügelfleisch verteuerten sich ebenfalls – Schweinefleisch durch saisonale Nachfrage in der EU, Geflügel durch starkes Kaufinteresse aus mehreren afrikanischen Märkten. Lediglich Schaffleisch blieb von den Preisanstiegen verschont.

Getreide unter Druck, Zucker als Ausnahme

Die Getreidepreise legten im April um 0,8 Prozent zu. Weizen verteuerte sich aufgrund von Dürresorgen in den USA, Erwartungen unterdurchschnittlicher Niederschläge in Australien sowie geringerer Anbauflächen. Landwirte rücken angesichts hoher Betriebsmittelkosten und Störungen in der Straße von Hormus von düngemittelintensiven Kulturen ab. Mais zog durch ein saisonal knappes Angebot, Wettersorgen in Brasilien und den USA sowie eine starke Ethanolnachfrage infolge höherer Rohölpreise an.

Einen Gegenpol bildeten die Zuckerpreise: Sie fielen im April um 4,7 Prozent. Reichliches Angebot und verbesserte Produktionsaussichten in wichtigen asiatischen Erzeugerländern – insbesondere China und Thailand – drückten die Notierungen. Zusätzlich begann in Brasilien unter günstigen Bedingungen die neue Ernte, was die Preise weiter dämpfte.

Der dreifache Anstieg des FAO-Index in Folge verdeutlicht, wie eng globale Nahrungsmittelpreise mit Energiemärkten und geopolitischen Entwicklungen verknüpft sind. Für Verbraucher in Deutschland, die bereits in den vergangenen Jahren mit deutlichen Preissteigerungen im Supermarkt konfrontiert waren, bleibt die Entwicklung ein wichtiger Indikator für künftige Inflationstendenzen im Lebensmittelbereich.

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