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Schwefelsäurepreise bestimmen Kupfersektor bei sinkenden Verarbeitungsgebühren

Auf der LME Week Asia in Hongkong dominiert ein ungewöhnliches Thema: Schwefelsäure entscheidet über die Wirtschaftlichkeit chinesischer Kupferhütten.

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Schwefelsäurepreise bestimmen Kupfersektor bei sinkenden Verarbeitungsgebühren

Auf der LME Week Asia in Hongkong treffen sich Kupferhütten, Bergbauunternehmen und Händler – und ein Nebenprodukt der Verhüttung steht im Mittelpunkt der Gespräche: Schwefelsäure. Die rasant gestiegenen Preise für die Chemikalie haben chinesische Hütten bislang vor den wirtschaftlichen Folgen einbrechender Schmelz- und Raffinationslöhne (Treatment and Refining Charges, TC/RCs) bewahrt. Doch dieses fragile Gleichgewicht gerät zunehmend unter Druck.

Die TC/RCs sind die Gebühren, die Minenbetreiber an Hütten für die Verarbeitung von Kupferkonzentrat zu raffiniertem Metall zahlen. Die Spot-Schmelzlöhne für importiertes Kupferkonzentrat in China sind seit 16 Monaten negativ und fallen weiter – ein deutliches Signal für das knappe Angebot am Markt. Laut Daten des Informationsdienstleisters Argus lagen sie am 30. April bei minus 86,70 US-Dollar pro Tonne, verglichen mit minus 81,60 Dollar in der Vorwoche und minus 42,60 Dollar im Vorjahr.

Schwefelsäure als wirtschaftlicher Puffer

Bislang konnten chinesische Hütten die negativen TC/RCs durch Gewinne aus dem Verkauf von Schwefelsäure abfedern, die als Nebenprodukt bei der Kupferverhüttung anfällt. Bei der Verhüttung einer Tonne Kupfer entstehen 3,5 bis 4 Tonnen Schwefelsäure. Zwei Analysten, die anonym bleiben wollten, erklärten, dass jede 100 Yuan (rund 14,64 US-Dollar) Nettogewinn aus einer Tonne Schwefelsäure einen Verlust von etwa 10 US-Dollar pro Tonne bei den Verarbeitungsgebühren ausgleichen können.

Die Preise für Schwefelsäure in China lagen am 30. April bei 1.760 Yuan (258 US-Dollar) pro Tonne. Das entspricht zwar einem Rückgang von 4,9 Prozent gegenüber der Vorwoche, liegt aber immer noch um 204 Prozent über dem Vorjahresniveau – so Daten des Informationsdienstleisters Oilchem. Einige Hütten haben negative Gebühren auf Spot-Basis bereits akzeptiert, da sie bereit sind, sich bei kurzfristigen Transaktionen auf Gewinne aus Schwefelsäure zu verlassen, wie eine an den Verhandlungen beteiligte Quelle berichtete.

In den letzten beiden Verhandlungsrunden für die Jahresverträge, die etwa alle sechs Monate stattfinden, einigte sich das Bergbauunternehmen Antofagasta auf richtungsweisende Verarbeitungsgebühren von 0 US-Dollar. Die Hütten zögern jedoch, sich auf negative jährliche TC/RCs festzulegen, um keinen Präzedenzfall zu schaffen, der die gesamte Branche untergraben würde. Sinkende Säurepreise dürften diese Haltung laut Analysten und Händlern weiter verhärten.

Chinas Exportverbot verschärft die Lage

Ein neuer Risikofaktor kommt hinzu: China hat ab Mai den Export von Schwefelsäure verboten. Diese Entscheidung setzt die Preise in einigen Regionen unter Druck und könnte das bisherige Wirtschaftsmodell der Hütten vor den anstehenden Verhandlungen über die Jahresverträge zur Jahresmitte auf eine harte Probe stellen.

Besonders im Fokus steht, wie sich der Säuremangel auf Kupferproduzenten auswirkt, die die Chemikalie zur Laugung von Kupfer aus Erz verwenden. „Im Fokus wird stehen, ob Chinas Aussetzung der Säureexporte die Auslastung der Hütten beeinflusst und ob Säuremangel an anderen Orten die Produktion von Laugungskupfer beeinträchtigt", sagte Raghav Jain, Leiter der Kupferpreisgestaltung bei Argus.

Etwa ein Fünftel der weltweiten Primärproduktion von raffiniertem Kupfer stammt aus Verfahren der Solventextraktion und Elektrogewinnung (SX-EW), bei denen Schwefelsäure als Laugungsmittel eingesetzt wird – so die International Copper Study Group. Große Produzenten sind weitgehend durch langfristige Verträge und Lagerbestände geschützt. Kleinere Minenbetreiber hingegen könnten mit Produktionskürzungen konfrontiert werden, falls sich die Engpässe verschlimmern, warnte Anna Xu, Analystin bei Wood Mackenzie.

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