UK-Inflation steigt überraschend auf 3,4% im Dezember
Die britische Inflationsrate kletterte im Dezember auf 3,4 Prozent und übertraf damit die Erwartungen von Ökonomen. Die Entwicklung wirft Fragen zur weiteren Zinspolitik der Bank of England auf.

Die Teuerungsrate in Großbritannien hat im Dezember überraschend zugelegt. Nach Angaben des Office for National Statistics (ONS) stieg die Inflationsrate auf 3,4 Prozent, nachdem sie im November noch bei 3,2 Prozent gelegen hatte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 3,3 Prozent gerechnet.
Kerninflation bleibt stabil
Die Kerninflationsrate, die volatile Komponenten wie Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, verharrte im Dezember bei 3,2 Prozent und blieb damit gegenüber dem Vormonat unverändert. Das ONS führte die Preissteigerungen vor allem auf höhere Kosten im Dienstleistungssektor zurück, während Mietpreise und Freizeit- sowie Kulturgüter dämpfend wirkten.
Auswirkungen auf die Geldpolitik
Die Inflationsdaten werfen neue Fragen zur künftigen Zinspolitik der Bank of England (BOE) auf. Die britische Notenbank hatte im Dezember die Zinsen gesenkt, nachdem die Inflation zuvor deutlich nachgelassen hatte. Finanzministerin Rachel Reeves zeigte sich dennoch zuversichtlich und erklärte gegenüber CNBC, die Zentralbank habe einen vorübergehenden Anstieg der Teuerung erwartet, bevor diese im Frühjahr und Sommer wieder in Richtung der Zielmarke von 2 Prozent fallen sollte.
Marktstrategen erwarten Zinspause
Matthew Ryan, Leiter der Marktstrategie bei Ebury, geht davon aus, dass die BOE in den kommenden beiden Sitzungen die Zinsen nicht weiter senken wird. Die neuen Inflationsdaten in Kombination mit den am Montag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten, die eine weitere Abkühlung zeigten, lassen Zweifel aufkommen, ob die für Februar erwartete Zinssenkung tatsächlich umgesetzt wird.
Pfund Sterling bleibt stabil
Das britische Pfund reagierte kaum auf die Veröffentlichung der Inflationszahlen und notierte weitgehend stabil bei 1,3231 US-Dollar. Anleger warten nun auf weitere Signale der Bank of England zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik. Die Entwicklung der Inflation in den kommenden Monaten dürfte entscheidend dafür sein, ob die Notenbank im ersten Halbjahr 2026 weitere Zinssenkungen vornimmt oder zunächst abwartet.
