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SNB-Chef Schlegel: Fed-Unabhängigkeit entscheidend für Weltwirtschaft

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Martin Schlegel, verteidigt die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Dies geschieht vor dem Hintergrund massiver Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf Fed-Chef Jerome Powell.

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SNB-Chef Schlegel: Fed-Unabhängigkeit entscheidend für Weltwirtschaft

Die Unabhängigkeit von Zentralbanken ist entscheidend für die Kontrolle der Inflation und die Stabilität der Weltwirtschaft. Dies betonte Martin Schlegel, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Seine Aussagen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Fed-Chef Jerome Powell mit strafrechtlichen Ermittlungen und massiven Angriffen von US-Präsident Donald Trump konfrontiert ist.

Klares Bekenntnis zur Zentralbank-Unabhängigkeit

"Die Unabhängigkeit der Zentralbank ist sehr wichtig. Eine Zentralbank muss unabhängig sein, um ihr Mandat, nämlich Preisstabilität, zu erfüllen", erklärte Schlegel gegenüber Reuters. Er hob besonders die Bedeutung der Federal Reserve hervor: "Die Fed ist eine sehr wichtige Zentralbank. Nicht nur für die USA, sie ist auch für die Welt sehr wichtig. Es ist wirklich wichtig, dass die Fed unabhängig ist."

Die SNB war eine von mehreren Zentralbanken, die sich vergangene Woche hinter Jerome Powell stellten. Trumps Justizministerium hatte dem Fed-Chef mit strafrechtlicher Anklage gedroht, angeblich im Zusammenhang mit der Renovierung zweier Fed-Gebäude in Washington. Powell selbst bezeichnete die Untersuchung als Vorwand, um Druck auf die Zentralbank auszuüben, die Zinsen zu senken – eine Forderung, die Trump wiederholt erhoben hatte.

Höhere Inflation ohne Unabhängigkeit

Schlegel verwies auf die empirischen Zusammenhänge zwischen Zentralbank-Unabhängigkeit und Preisstabilität: "Typischerweise ist die Inflation höher, wenn eine Zentralbank nicht unabhängig ist." Diese Warnung ist besonders relevant vor dem Hintergrund der globalen Inflationsbekämpfung der vergangenen Jahre.

Schweizer Franken profitiert von Unsicherheit

Die jüngsten politischen Turbulenzen haben den Schweizer Franken als sicheren Hafen gestärkt. Die Währung legte im vergangenen Jahr fast 14,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar zu – die stärkste Jahresperformance seit 2002. Allein diese Woche gewann der Franken weitere 1,4 Prozent.

Auslöser für die Aufwertung sind Trumps globale Zoll-Offensive und die damit verbundene Verunsicherung der Anleger. Der US-Präsident hat neue Handelskriege mit Europa angedroht und Zölle gegen Länder angekündigt, die sich seinen Ambitionen zur Übernahme Grönlands widersetzen.

Auswirkungen auf SNB-Vermögen

Die Aufwertung des Frankens reduziert den Wert der auf Dollar lautenden Vermögenswerte der SNB. Dollarbestände machen rund 36 Prozent ihrer 765 Milliarden Franken (966 Milliarden Dollar) an Fremdwährungsreserven aus. Schlegel betonte jedoch die Bedeutung der Diversifizierung: "Wichtig für uns ist die Diversifizierung, bei Währungen, also US-Dollar, Euro und so weiter, aber auch bei anderen Instrumenten, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und auch Aktien."

Die SNB beobachte ihr Anlageuniversum ständig und sei in der Lage, bei Bedarf Entscheidungen zu treffen, so Schlegel. Konkrete Pläne zur Reduzierung der Dollarbestände nannte er jedoch nicht.

Goldreserven bleiben stabil

An den Goldreserven der SNB von 1.040 Tonnen will die Zentralbank festhalten. Diese Bestände erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Gewinn von 36,3 Milliarden Franken, da Anleger verstärkt in das Edelmetall investierten, um sich gegen globale wirtschaftliche Turbulenzen abzusichern. "Es gibt keine Pläne, die Goldbestände zu ändern", stellte Schlegel klar.

Die Aussagen des SNB-Chefs unterstreichen die wachsende Besorgnis internationaler Zentralbanken über politische Einflussnahme auf die Geldpolitik. Die Unabhängigkeit der Notenbanken gilt als fundamentale Säule der globalen Finanzstabilität.

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