UBS erwartet stärkere schwedische Krone und bestätigt EUR/SEK-Prognosen
Die Schweizer Großbank lässt ihre Kursziele für EUR/SEK unverändert und nennt fallende globale Renditen sowie niedrigere Energiepreise als Entlastung für die Krone.

Die UBS Switzerland AG rechnet damit, dass die schwedische Krone gegenüber dem Euro weiter an Wert gewinnt. Als Begründung nennt die Schweizer Bank fallende globale Renditen und niedrigere Energiepreise, die wesentliche Gegenwindfaktoren für die skandinavische Währung beseitigt hätten. An ihren Prognosen für das Währungspaar EUR/SEK hat das Institut dabei nichts geändert.
Die Kursziele der UBS liegen unverändert bei 11,00 für Dezember, 10,90 für März 2027, 10,70 für Juni 2027 sowie 10,60 für September 2027. Diese Einschätzung stammt aus einem Bericht der Strategen Clémence Dumoncel und Constantin Bolz. Bereits seit September hat sich die Krone gestärkt, der Kurs von EUR/SEK ist unter die Marke von 11,00 gefallen.
Für deutsche Anleger ist das relevant, weil der EUR/SEK-Kurs direkt beeinflusst, wie sich schwedische Aktien, Fonds oder Anleihen im Depot entwickeln. Fällt der Kurs, gewinnt die Krone an Wert – ein Euro kauft dann weniger schwedische Kronen. Umgekehrt belastet ein steigender EUR/SEK-Kurs die Rendite von Investments, die auf schwedische Kronen lauten.
Die UBS begründet ihre Prognose mit fallenden globalen Renditen und niedrigeren Energiepreisen
Der Rückgang der globalen Renditen habe den Druck auf renditeschwächere Währungen wie die schwedische Krone verringert, so die UBS. Sinkende Energiepreise hätten einen weiteren Gegenwindfaktor eliminiert. Beide Entwicklungen zusammen verbesserten den fundamentalen Hintergrund der Währung deutlich.
Auch die konjunkturelle Lage in Schweden stützt diese Einschätzung. Die schwedische Wirtschaft bleibe robust, das verarbeitende Gewerbe überzeuge, und die Vertrauensindikatoren deuteten auf solides Wachstum hin, stellte das Bankhaus fest. Damit unterscheidet sich die Situation Schwedens von vielen anderen europäischen Volkswirtschaften, die derzeit mit schwächerem Wachstum kämpfen.
Die Riksbank hat bereits eine Zinserhöhung vorgenommen und dürfte nachschärfen
Ein zentraler Baustein der UBS-Prognose ist die Geldpolitik. Die Schwedische Reichsbank (Riksbank) hat bereits eine Zinserhöhung vorgenommen und wird voraussichtlich noch einmal nachschärfen. Als Begründung nennt die UBS eine zähere zugrunde liegende Inflation sowie den Fokus der Notenbank auf die Inflationsrate ohne temporäre Steuereffekte.
Die UBS erwartet für das kommende Jahr eine weitere Zinsanhebung durch die Riksbank. Die Kombination aus niedrigeren globalen Renditen, stabilen Energiepreisen und einer restriktiveren Politik der Riksbank habe den fundamentalen Hintergrund der Währung verbessert, erklärte das Institut. Höhere Zinsen machen eine Währung für internationale Investoren attraktiver, weil Anlagen in dieser Währung höhere Erträge versprechen.
Als nächstes Unterstützungsniveau für EUR/SEK nennt die UBS den Bereich um 10,75
Technisch orientierten Anlegern liefert die UBS konkrete Marken. Als nächstliegendes wichtiges Unterstützungsniveau für EUR/SEK identifizierte das Institut den Bereich um 10,75. Im Aufwärtsszenario sollte die Zone um 11,15 Widerstand bieten. Diese Niveaus markieren die Bereiche, an denen der Kursverlauf nach Einschätzung der Strategen ins Stocken geraten könnte.
Die wichtigsten Risiken liegen in erneut steigenden Renditen und Energiepreisen
Die UBS benennt auch die Gefahren für ihre eigene Prognose. Die Hauptrisiken für eine weitere Aufwertung der Krone lägen in einem erneuten Anstieg der globalen Renditen oder der Energiepreise. Ein weiteres Risiko bestehe darin, dass die Riksbank die aktuell erwartete zusätzliche Straffung nicht vollzieht. In beiden Fällen würde ein wesentlicher Teil der Begründung für die erwartete Kronenstärke entfallen.
Bereits am 25.09.2026 berichtete aktien.news von einer Belastung durch die globale Zinsdynamik
Die aktuelle Einschätzung ist Teil einer längeren Entwicklung. Bereits am 25.09.2026 berichtete aktien.news, dass die UBS ihre Prognose für den EUR/SEK-Wechselkurs bei 11,00 für Dezember 2026 beibehalten hatte. Als Begründung führte die Schweizer Bank damals den anhaltenden Druck auf die schwedische Krone durch die globalen Zinsdynamiken an – und das trotz stützender inländischer Fundamentaldaten. Die Strategen Clémence Dumoncel und Constantin Bolz bestätigten damit die bisherige Einschätzung des Instituts. Auch für die Folgequartale blieben die Schweizer Analysten bei ihren Projektionen von 10,90 für März 2027, 10,70 für Juni 2027 und 10,60 für September 2027.
Noch weiter zurück liegt ein anderer Befund: Am 17.02.2026 berichtete aktien.news, dass die schwedische Krone seit November 2025 auf handelsgewichteter Basis rund 4 Prozent an Wert gewonnen und den Wechselkurs EUR/SEK auf Mehrjahrestiefs gedrückt hatte. Damals warnte die UBS vor einer möglichen Korrektur und erwartete eine kurzfristige Erholung des Währungspaares in Richtung 10,80, bevor sich der längerfristige Abwärtstrend fortsetzt. Für Ende 2026 prognostizierte die Bank seinerzeit einen Stand von 10,50.
Auch im Frühjahr 2026 gab es Bewegung bei den Kurszielen. Am 06.05.2026 berichtete aktien.news, dass die UBS ihre Währungsziele für die Norwegische Krone und die Schwedische Krone revidierte. Als Begründung nannte die Schweizer Investmentbank veränderte Risikobereitschaft sowie neue Zinserwartungen infolge jüngster geopolitischer Entwicklungen. Am 09.04.2026 hatte aktien.news berichtet, dass die UBS für EUR/SEK bis Ende des zweiten Quartals einen Kurs von 11,20 prognostizierte und kurzfristig Long-Positionen favorisierte, weil die schwedische Inflation hinter den Erwartungen zurückblieb. Der schwedische VPIF ohne Energie lag im März bei 1,1 Prozent im Jahresvergleich und damit unter der Riksbank-Prognose von 1,5 Prozent.
Für deutsche Privatanleger bleibt EUR/SEK ein wichtiger Renditefaktor
Wer in schwedische Werte investiert, trägt immer ein Währungsrisiko. Die aktuelle UBS-Einschätzung deutet auf eine Fortsetzung der Kronenstärke hin, was Euro-Anlegern bei ungesicherten Positionen zusätzliche Erträge bringen kann. Gleichzeitig zeigt der Blick in die Archivberichte, dass die Prognosen der Bank im Zeitverlauf angepasst wurden – etwa im Februar 2026, als die UBS nach einer starken Rally vor einer Korrektur warnte. Anleger sollten daher sowohl die Kursziele als auch die genannten Risiken im Blick behalten. Eine Absicherung des Währungsrisikos kann sinnvoll sein, ist aber mit Kosten verbunden.
Die UBS erwartet für das kommende Jahr eine weitere Zinsanhebung der Riksbank
Für die kommenden Monate stehen aus Sicht der UBS zwei Faktoren im Mittelpunkt. Erstens die Frage, ob die Riksbank tatsächlich noch einmal nachschärft und im kommenden Jahr eine weitere Zinsanhebung vornimmt. Zweitens die Entwicklung der globalen Renditen und der Energiepreise. Solange beide Größen stabil bleiben oder sinken, spricht aus Sicht des Instituts viel für eine weitere Aufwertung der Krone. Die UBS hat ihre Kursziele für Dezember, März 2027, Juni 2027 und September 2027 unverändert gelassen.
Die folgenden drei Begriffe helfen beim Verständnis des Artikels
- Währungspaar: Ein Währungspaar gibt an, wie viel von einer Währung man für eine Einheit einer anderen Währung bezahlen muss.
- Rendite: Die Rendite beschreibt den Ertrag, den eine Kapitalanlage über einen bestimmten Zeitraum erwirtschaftet.
- Straffung: Unter Straffung versteht man eine restriktive Geldpolitik, bei der eine Notenbank die Zinsen anhebt, um die Inflation zu bremsen.
