Über 1.000 Hollywood-Stars protestieren gegen Paramount-Warner-Bros.-Fusion
Prominente Unterzeichner wie Bryan Cranston und Joaquin Phoenix warnen vor massiven Schäden für die Unterhaltungsindustrie.

Mehr als 1.000 Autoren, Schauspieler und Regisseure haben in einem offenen Brief gegen die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Stellung bezogen. Das Schreiben wurde am Montag veröffentlicht und von der New York Times berichtet. Die Unterzeichner warnen eindringlich, dass der Deal der gesamten Unterhaltungsindustrie Hollywoods erheblichen Schaden zufügen würde.
Zu den prominenten Unterzeichnern zählen bekannte Namen wie Bryan Cranston, Joaquin Phoenix, Tiffany Haddish, Lily Gladstone und der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos. Die Bandbreite der Unterstützer zeigt, wie breit der Widerstand gegen die Fusion in der Kreativbranche aufgestellt ist. Schauspieler, Drehbuchautoren und Filmemacher aus unterschiedlichen Bereichen der Industrie haben sich gemeinsam zu Wort gemeldet.
Kernkritik: Weniger Jobs, weniger Vielfalt
Im Brief werden konkrete Befürchtungen formuliert: Die Fusion zweier der größten Hollywood-Studios würde zu weniger Möglichkeiten für Kreative führen, Arbeitsplätze im gesamten Produktionsökosystem gefährden, die Kosten erhöhen und die Auswahl für das Publikum – sowohl in den USA als auch weltweit – verringern. Die Unterzeichner sehen in der Konsolidierung eine strukturelle Bedrohung für die gesamte Filmbranche.
„Wir haben einen starken Rückgang der Anzahl produzierter und veröffentlichter Filme sowie eine Einengung der Arten von Geschichten erlebt, die finanziert und vertrieben werden", heißt es in dem Schreiben. Die Verfasser kritisieren damit einen bereits laufenden Trend, den sie durch eine weitere Megafusion noch verstärkt sehen. Für unabhängige Filmemacher und kleinere Produktionsunternehmen würden die Möglichkeiten weiter schrumpfen.
„Zunehmend bestimmt eine kleine Anzahl mächtiger Akteure, was produziert wird – und zu welchen Bedingungen –, was Kreativen und unabhängigen Unternehmen weniger tragfähige Wege lässt, ihre Arbeit fortzuführen", zitiert der Brief weiter. Diese Konzentration von Marktmacht in wenigen Händen ist ein zentrales Argument der Kritiker. Die Unterzeichner sehen darin eine Gefahr für die künstlerische und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Branche.
Hintergrund: Paramount setzt sich gegen <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix durch
Der Brief erscheint Monate nachdem Paramount und dessen CEO David Ellison sich im Bieterverfahren gegen den Streamingriesen Netflix durchsetzen konnten, um Warner Bros. Discovery zu übernehmen. Netflix war ebenfalls als potenzieller Käufer gehandelt worden, unterlag jedoch letztlich Paramount. Die geplante Fusion würde zwei der traditionsreichsten Filmstudios Hollywoods unter einem Dach vereinen.
Für deutsche Zuschauer und Investoren ist die Entwicklung von besonderer Relevanz, da sowohl Paramount als auch Warner Bros. Discovery zu den wichtigsten Lieferanten von Filmen und Serien für den europäischen Markt gehören. Eine Konsolidierung dieser Größenordnung könnte langfristig auch die Verfügbarkeit und Vielfalt von Inhalten auf deutschen Streaming-Plattformen und im Kino beeinflussen. Die Reaktion der Regulierungsbehörden auf den Widerstand aus der Kreativbranche bleibt abzuwarten.
