TSMC: KI-Boom treibt Gewinn um 27% – Rekordquartal erwartet
Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) steht vor einem historischen Rekordquartal. Der weltgrößte Chipfertiger könnte dank explodierender KI-Nachfrage einen Gewinnsprung von 27% vermelden.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) steht vor einem historischen Meilenstein: Der weltgrößte Auftragsfertiger für fortschrittliche Halbleiter wird voraussichtlich am Donnerstag einen Rekordgewinn für das vierte Quartal 2025 präsentieren. Analysten erwarten einen Nettogewinn von 475,2 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet rund 15 Milliarden US-Dollar) – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Der taiwanesische Chipriese, der Schlüsselkunden wie Nvidia und Apple beliefert, profitiert massiv vom anhaltenden KI-Boom. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1,38 Billionen US-Dollar ist TSMC das wertvollste börsennotierte Unternehmen Asiens und lässt selbst den südkoreanischen Konkurrenten Samsung Electronics weit hinter sich.
Achtes Wachstumsquartal in Folge
Sollte TSMC die Analystenschätzungen erfüllen, wäre dies das achte aufeinanderfolgende Quartal mit Gewinnwachstum. Die LSEG SmartEstimate-Prognose basiert auf den Einschätzungen von 19 Analysten, wobei besonders treffsichere Experten stärker gewichtet werden. Bereits in der Vorwoche hatte das Unternehmen mit einem Umsatzplus von 20,45 Prozent im vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen.
Galen Zeng, Senior Research Manager bei IDC, führt die starke Performance auf die volle Auslastung der hochmodernen 3-Nanometer-Produktionskapazitäten zurück. Haupttreiber seien die Fertigung von Apples A19-Chip für die iPhone 17 Serie sowie die ungebrochene Nachfrage nach KI-Beschleunigern gewesen.
Explosive Wachstumsprognosen für 2026
Die Zukunftsaussichten fallen noch optimistischer aus: IDC hat seine Umsatzprognose für TSMC im Jahr 2026 auf 25 bis 30 Prozent Wachstum angehoben – eine deutliche Erhöhung gegenüber der vorherigen Schätzung von 22 bis 26 Prozent. Der Markt für KI-Serverbeschleuniger soll 2026 um beeindruckende 78 Prozent im Jahresvergleich wachsen.
"Der Haupttreiber ist das explosive Wachstum des Marktes für die Herstellung von KI-Serverbeschleunigern", erklärt Zeng. Zusätzlichen Schub soll die nächste Generation der 2-Nanometer-Technologie bringen, die TSMC seinen Wettbewerbsvorsprung im Bereich der fortschrittlichsten Chipfertigung weiter ausbauen lässt.
Marktdominanz trotz Herausforderungen
Shay Boloor, Chefmarktstratege bei Futurum Equities, bestätigt die starke Marktposition: "Die KI-Nachfrage beschleunigt sich, und TSMC gewinnt weiterhin Marktanteile im führenden Segment, wo Wettbewerber Schwierigkeiten haben, Schritt zu halten." Allerdings warnt er vor möglichen Margendruck durch den schnelleren als geplanten Aufbau von Produktionsstätten im Ausland.
Massive US-Investitionen geplant
TSMC investiert derzeit 165 Milliarden US-Dollar in den Bau von Chipfabriken im US-Bundesstaat Arizona. US-Handelsminister Howard Lutnick deutete kürzlich an, dass weitere Investitionen in den USA folgen werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund der von Präsident Donald Trump angekündigten Zollpolitik, wobei Halbleiter bislang von den 20-prozentigen Zöllen auf taiwanesische Exporte ausgenommen sind.
Aktie mit starker Performance
An der Börse in Taipeh legte die TSMC-Aktie im vergangenen Jahr um 44,2 Prozent zu und übertraf damit den Gesamtmarkt, der um 25,7 Prozent zulegte, deutlich. Die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie die Prognosen für das erste Quartal und das Gesamtjahr 2026 werden am Donnerstag um 07:00 Uhr MEZ im Rahmen einer Telefonkonferenz bekannt gegeben.
