TCS übertrifft Umsatzerwartungen dank KI-Boom
Tata Consultancy Services (TCS) hat im dritten Quartal die Analystenschätzungen übertroffen. Der indische IT-Riese profitiert von steigender KI-Nachfrage und einer Erholung in Nordamerika.

Tata Consultancy Services (TCS), Indiens größter Software-Dienstleister, hat im Quartal zum 31. Dezember einen konsolidierten Umsatz von 670,87 Milliarden Rupien (7,44 Milliarden US-Dollar) erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrifft die Analystenschätzungen von 666,76 Milliarden Rupien.
KI-Dienstleistungen als Wachstumstreiber
Die KI-gesteuerten Technologieausgaben erwiesen sich als Hauptwachstumstreiber für das zur Tata-Gruppe gehörende Unternehmen. "KI-Dienstleistungen generieren nun 1,8 Milliarden US-Dollar an annualisiertem Umsatz", teilte TCS mit. Dies entspricht etwa 5,8 Prozent des Gesamtumsatzes und unterstreicht die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz im IT-Dienstleistungssektor.
Das Wachstum ist besonders bemerkenswert, da das dritte Quartal traditionell als saisonal schwach gilt. Kunden reduzieren zum Jahresende typischerweise ihre Geschäftstätigkeit, was die Leistung von TCS umso eindrucksvoller macht.
Nordamerika erholt sich
Ein positives Signal kommt aus Nordamerika, dem wichtigsten Markt für TCS. Die Region, die fast die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, verzeichnete erstmals seit Juli bis September 2023 wieder Wachstum. "Der nordamerikanische Markt hat sich erholt, da die Nachfrageabschwächung ihren Tiefpunkt erreicht hat", kommentierte Ambarish Shah, Analyst bei Systematix. Er warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen: "Wir erwarten nur eine allmähliche Erholung, da die strukturelle Schwäche anhält."
Fünf von acht Regionen zeigten Wachstum, angeführt vom Nahen Osten mit 8,3 Prozent und Kontinentaleuropa mit 3,5 Prozent.
Gewinnrückgang durch Sonderbelastungen
Trotz des Umsatzwachstums sank der Quartalsnettogewinn um 14 Prozent auf 106,57 Milliarden Rupien und verfehlte damit die Analystenschätzungen von 130,24 Milliarden Rupien deutlich. TCS führte dies auf einmalige Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit Entlassungen zurück. Auch die im November 2025 in Kraft getretenen neuen indischen Arbeitsgesetze sowie andere Rechtskosten belasteten das Ergebnis.
Herausforderungen bleiben bestehen
Der Auftragsbestand von TCS belief sich in diesem Quartal auf 9,3 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang gegenüber 10,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Die indische IT-Branche, die einen Wert von 283 Milliarden US-Dollar hat, sieht sich weiterhin mit vorsichtigen Kunden konfrontiert. Bedenken hinsichtlich des Wirtschaftswachstums in den USA sowie Unsicherheiten über US-Zölle und vorgeschlagene Visagebühren in Höhe von 100.000 US-Dollar belasten die Aussichten.
Dennoch konnte TCS acht neue Aufträge bekannt geben – die meisten unter Indiens Top-Fünf-IT-Unternehmen. Darunter befinden sich Geschäfte mit dem britischen Lebensmittelhändler Morrisons und dem dänischen Telekommunikationsbetreiber Telenor.
Attraktive Dividende für Aktionäre
TCS kündigte eine reguläre Dividende von 11 Rupien pro Aktie sowie eine Sonderdividende von 46 Rupien pro Aktie an. Die in Mumbai notierten Aktien schlossen vor der Bekanntgabe der Ergebnisse 1,3 Prozent höher.
