Trumps neue Zölle bedrohen Europas Wirtschaft
Handelsstreit und politische Erpressung belasten die transatlantischen Beziehungen

Donald Trump hat ein neues Zollpaket vorgestellt, das für Europa erhebliche wirtschaftliche Folgen haben könnte. Die geplanten Handelsbarrieren stellen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor große Herausforderungen, da sie die Ausfuhr zahlreicher Produkte in die Vereinigten Staaten erschweren dürften. Beobachter befürchten, dass sich ein langer Handelsstreit zwischen den transatlantischen Partnern entwickeln könnte, der die bilateralen Beziehungen nachhaltig belasten würde.
Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass solche Handelskonflikte tiefgreifende Auswirkungen haben können. In den 1960er-Jahren hatte die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft Zölle auf verschiedene US-amerikanische Waren eingeführt, darunter insbesondere Hühnerfleisch. Dieser sogenannte „Chicken War“ führte zu erheblichen Spannungen zwischen Europa und den USA. Über 18 Monate lang wurde mit großer Härte verhandelt, während sich die politischen Beziehungen in einem angespannten Zustand befanden. Der damalige US-Senator William J. Fulbright aus Arkansas drohte gar mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland. Der deutsche Minister Heinrich Krone berichtete nach Gesprächen in Washington von der Verwunderung, dass sich Politiker trotz weltpolitischer Krisen wie Kuba und Berlin mit Hühnchenzöllen beschäftigen mussten.
Schließlich reagierte der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson mit Vergeltungsmaßnahmen und setzte 1964 einen Einfuhrzoll von 25 Prozent auf leichte Nutzfahrzeuge durch. Diese als „Chicken Tax“ bekannte Regelung besteht bis heute und hat den internationalen Handel in diesem Sektor nachhaltig beeinflusst. Der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Unternehmen war beträchtlich.
Die aktuellen Pläne der Trump-Administration lassen ähnliche Konflikte befürchten. Während der ersten Amtszeit des US-Präsidenten hatte ein Handelskrieg mit China bereits Kosten von über 230 Milliarden Dollar verursacht. Diese Summe mussten letztlich die amerikanischen Verbraucher tragen. Zusätzlich zu den direkten Belastungen durch die Zölle führten die chinesischen Gegenzölle zu weiteren wirtschaftlichen Schäden für die US-Industrie. Trotzdem setzt Trump weiterhin auf dieses Mittel, um politischen Druck auf andere Staaten auszuüben.
Besonders problematisch ist, dass Trump Zölle nicht nur zur Beeinflussung der Handelspolitik verwendet, sondern auch als Instrument, um andere politische Ziele zu erreichen. So wurde Kolumbien mit Strafzöllen bedroht, nachdem es sich geweigert hatte, eine US-Militärmaschine mit abgeschobenen Migranten zu akzeptieren. Ähnliche Drohungen trafen Kanada und Mexiko im Zusammenhang mit Grenzschutzfragen. Die EU sieht sich nun einer vergleichbaren Situation ausgesetzt, da Trump höhere Verteidigungsausgaben und verstärkte Unterstützung für die Ukraine fordert.
