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Trump vs. Fed-Chef Powell: Märkte ignorieren Eskalation

Trotz dramatischer Drohungen der Trump-Administration gegen Fed-Chef Jerome Powell erreichten US-Aktien neue Allzeithochs. Gold und Edelmetalle profitieren von wachsenden Zweifeln an der Fed-Unabhängigkeit.

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Trump vs. Fed-Chef Powell: Märkte ignorieren Eskalation

Die Märkte zeigten sich am Montag erstaunlich unbeeindruckt von der jüngsten Eskalation im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und der Federal Reserve. Der S&P 500 kletterte auf ein neues Allzeithoch, während der Dow Jones nur knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 50.000 Punkten notierte.

Die Trump-Administration hatte zuvor angekündigt, Fed-Chef Jerome Powell strafrechtlich wegen Unregelmäßigkeiten bei der Renovierung des Fed-Gebäudes anklagen zu wollen. Powell konterte mit einer beispiellosen öffentlichen Zurückweisung der Vorwürfe. Der Konflikt markiert einen neuen Tiefpunkt im Verhältnis zwischen Weißem Haus und Notenbank.

Breite Markteuphorie trotz politischer Spannungen

Die positive Stimmung beschränkte sich nicht nur auf US-Aktien. Auch europäische Börsen sowie der MSCI World Index erreichten neue Rekordstände. Bemerkenswert: Chinesische Aktien kletterten auf ein 10-Jahres-Hoch. Der Dollar gab gegenüber mehreren Währungen nach und verzeichnete den stärksten Rückgang seit dem 23. Dezember.

Nicht alle Sektoren konnten von der Rally profitieren. US-Finanzwerte verloren 0,8 Prozent, nachdem Trump Pläne zur Begrenzung von Kreditkartenzinsen angekündigt hatte. Synchrony Financial brach um 8 Prozent ein, Capital One verlor 6,4 Prozent und American Express 4 Prozent. Der Energiesektor gab ebenfalls 0,7 Prozent nach.

Edelmetalle als große Gewinner

Die klaren Profiteure der wachsenden Unsicherheit über die Fed-Unabhängigkeit sind Edelmetalle. Gold und Silber erreichten neue Allzeithochs, während sich Kupfer dem Rekordniveau der Vorwoche näherte. Im vergangenen Jahr hatten Gold, Silber und Platin bereits spektakuläre Gewinne zwischen 65 und 150 Prozent verzeichnet.

Experten sehen in Edelmetallen zunehmend eine Alternative zu traditionellen sicheren Häfen wie US-Staatsanleihen oder dem Dollar, deren Attraktivität unter den aktuellen Umständen leidet. Die Dynamik bei Edelmetallen dürfte sich 2025 fortsetzen, auch wenn die extremen Vorjahresgewinne schwer zu wiederholen sein werden.

M&A-Aktivität nimmt Fahrt auf

Trotz aller Risiken zeigen sich Investoren risikofreudig. Die Emission von US-Unternehmensanleihen überstieg in der vergangenen Woche 90 Milliarden Dollar, weltweit wurden mehr als 300 Milliarden Dollar platziert. Die Spreads für US-Hochzinsanleihen sind so eng wie seit September nicht mehr.

Auch bei Fusionen und Übernahmen nimmt das Tempo zu. Alphabet erreichte eine Bewertung von 4 Billionen Dollar, getrieben von der Neuausrichtung auf Künstliche Intelligenz. Im Rohstoffsektor beobachtet BHP die Gespräche zwischen Rio Tinto und Glencore, plant laut Insiderquellen aber vorerst kein eigenes Gebot.

Fragen zur Fed-Unabhängigkeit

Die zentrale Frage für Anleger lautet nun: Wie lange kann die Wall Street die zunehmenden politischen Eingriffe in die Geldpolitik ignorieren? Einige republikanische Gesetzgeber zeigten sich bereits besorgt über die Untersuchung gegen Powell und warnten vor negativen Auswirkungen auf die Notenbank-Unabhängigkeit.

Ölpreise stiegen um 1 Prozent, wobei Brent-Öl ein 8-Wochen-Hoch erreichte. Investoren bewerten dabei die möglichen Auswirkungen der Trump-Politik auf Venezuela und Iran. Die US-Staatsanleiherenditen am langen Ende stiegen um 2 Basispunkte, was zu einer leichten Versteilerung der Zinskurve führte.

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