Weltweite Zentralbanken planen Solidaritätserklärung für Fed-Chef Powell
Globale Zentralbanken bereiten eine gemeinsame Erklärung zur Unterstützung von Fed-Chef Jerome Powell vor. Hintergrund sind strafrechtliche Ermittlungen der Trump-Administration gegen den obersten US-Notenbanker.

Vertreter internationaler Zentralbanken arbeiten an einer Solidaritätserklärung für Jerome Powell, den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Dies berichtete Bloomberg News am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Erklärung ist eine Reaktion auf strafrechtliche Ermittlungen, die die Trump-Administration gegen Powell eingeleitet hat.
Veröffentlichung unter dem Dach der BIZ geplant
Die gemeinsame Erklärung soll unter dem Dach der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlicht werden und steht allen Zentralbanken zur Unterzeichnung offen. Die BIZ mit Sitz in Basel gilt als Dachorganisation der weltweiten Zentralbanken und wird oft als "Zentralbank der Zentralbanken" bezeichnet. Laut Bloomberg könnte die Erklärung bereits am Dienstag herausgegeben werden.
Ermittlungen wegen Aussagen zu Renovierungskosten
Auslöser für die Ermittlungen waren Aussagen Powells vor dem US-Kongress im vergangenen Sommer. Dabei hatte er sich zu Kostenüberschreitungen bei der 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierung des Fed-Hauptsitzes in Washington geäußert. Das US-Justizministerium stellte daraufhin letzte Woche Vorladungen aus.
Scharfe Kritik auch aus Reihen der Republikaner
Die Entscheidung der Trump-Administration stieß auf breite Ablehnung. Neben ehemaligen Fed-Vorsitzenden kritisierten am Montag auch prominente Mitglieder der Republikanischen Partei das Vorgehen. Powell selbst bezeichnete die Ermittlungen in einer ungewöhnlich scharfen öffentlichen Stellungnahme als "Vorwand", um präsidialen Einfluss auf die Zinspolitik zu gewinnen.
Unabhängigkeit der Notenbank in Gefahr
Die geplante Solidaritätserklärung unterstreicht die Bedeutung der Zentralbankunabhängigkeit als fundamentales Prinzip moderner Geldpolitik. Die internationale Unterstützung für Powell signalisiert, dass die globale Finanzgemeinschaft politische Einflussnahme auf Notenbanken kritisch sieht. Weder die BIZ noch die Federal Reserve äußerten sich bislang offiziell zu den Berichten.
