Japans Insolvenzen auf Zwölfjahreshoch: Inflation belastet
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Japan ist 2024 auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren gestiegen. Steigende Rohstoffkosten und akuter Arbeitskräftemangel setzen der Wirtschaft zu.

Die japanische Wirtschaft kämpft mit einer besorgniserregenden Entwicklung: Im Jahr 2024 meldeten 10.300 Unternehmen Insolvenz – der höchste Wert seit 2013. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des privaten Forschungsinstituts Tokyo Shoko Research hervor. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 2,9 Prozent und markiert bereits das vierte Jahr in Folge mit steigenden Insolvenzzahlen.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielschichtig. Haupttreiber sind die anhaltend hohen Rohstoffkosten, die durch den schwachen Yen zusätzlich verschärft werden. Hinzu kommt ein dramatischer Arbeitskräftemangel: Die Zahl der Insolvenzen, die direkt auf fehlende Mitarbeiter zurückzuführen sind, erreichte 2024 mit 397 Fällen einen historischen Höchststand.
Druck auf die Bank of Japan wächst
Die Entwicklung könnte die Bank of Japan (BoJ) zunehmend unter Zugzwang setzen. Experten erwarten, dass die Notenbank ihre nach wie vor extrem lockere Geldpolitik überdenken muss. Tokyo Shoko Research warnt: "Da die Preise aufgrund des schwachen Yen weiter steigen, könnten Unternehmen mit hoher Schuldenlast vor neuen Herausforderungen stehen – darunter steigende Zinssätze, mögliche Trump-Zölle und sich verschlechternde Beziehungen zu China."
Konsumstimmung trübt sich ein
Eine separate Regierungsumfrage des Kabinettsbüros unterstreicht die angespannte Lage. Der Stimmungsindex für konsumnahe Unternehmen wie Einzelhändler sank im Dezember auf 48,6 Punkte – den zweiten Rückgang in Folge. Viele Einzelhändler berichten, dass die steigenden Lebenshaltungskosten die Kaufkraft der Verbraucher merklich belasten.
Tourismus aus China bleibt schwach
Besonders hart trifft die Krise die Tourismusbranche. Ein Reisebüro in Westjapan berichtete, dass keine Anzeichen für eine Erholung der rückläufigen Besucherzahlen aus China erkennbar seien. Dies belastet das Geschäft zusätzlich und trübt die Aussichten für 2025.
Ausblick bleibt herausfordernd
Trotz der Verlangsamung des Anstiegs – 2023 lag das Plus noch bei 15,1 Prozent – bleibt die Lage angespannt. Analysten erwarten, dass die Kombination aus Inflation, Arbeitskräftemangel und geopolitischen Unsicherheiten die japanischen Unternehmen auch 2025 vor erhebliche Herausforderungen stellen wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung und die Notenbank mit gezielten Maßnahmen gegensteuern können.
