ANZEIGE

Trump verliert Verleumdungsklage und streitet mit dem Vatikan

Ein US-Bundesrichter wies Trumps Klage gegen den Wall Street Journal ab – gleichzeitig eskaliert der Konflikt mit Papst Leo XIV.

2 Min
Trump verliert Verleumdungsklage und streitet mit dem Vatikan

US-Präsident Donald Trump steht vor einem schwierigen Doppelproblem: Am Montag wies ein Bundesrichter in Miami seine Verleumdungsklage gegen den Verlag des Wall Street Journal ab. Zur gleichen Zeit eskaliert ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan zu einem handfesten diplomatischen Konflikt.

Richter Darrin Gayles, der von Ex-Präsident Barack Obama ernannt wurde, entschied, dass Trump die notwendige rechtliche Hürde für eine Verleumdungsklage nicht überwunden hat. Konkret befand das Gericht, dass der Kläger keinen plausiblen Nachweis für sogenannte „actual malice" – also vorsätzliche Böswilligkeit – erbracht habe. Dieser Standard ist in den USA für Verleumdungsklagen öffentlicher Personen zwingend erforderlich.

Die Klage bezog sich auf einen Artikel des Wall Street Journal über einen Brief, der Trumps Namen trug und an den verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein adressiert war. Obwohl die Klage abgewiesen wurde, räumte Richter Gayles dem Präsidenten die Möglichkeit ein, bis zum 27. April 2026 eine überarbeitete Klageschrift einzureichen. Weder Vertreter des Präsidenten noch des Verlags haben sich bislang offiziell zu dem Urteil geäußert.

Öffentlicher Konflikt mit Papst Leo XIV.

Parallel zum juristischen Rückschlag liefert sich Trump einen ungewöhnlichen öffentlichen Streit mit dem Vatikan. Im Mittelpunkt steht Papst Leo XIV. – der erste in den USA geborene Papst, der aus Chicago stammt. Der Pontifex hatte sich öffentlich gegen US-Militäraktionen im Iran ausgesprochen und Trumps Rhetorik über eine mögliche Zerstörung der iranischen Zivilisation als „wirklich inakzeptabel" verurteilt.

Trump reagierte auf der Plattform Truth Social mit einer Reihe von Posts, in denen er seine Iranpolitik als Ausdruck seines Wählerauftrags verteidigte. Den Papst bezeichnete er als „schwach" in Fragen der Kriminalität und Nuklearpolitik. Zusätzlich kritisierte Trump ein Treffen des Papstes mit David Axelrod, einem früheren politischen Berater Barack Obamas. Axelrod bezeichnete Trump als „Verlierer von der Linken" und wertete das Treffen als Beleg für eine politisch motivierte Einmischung des Papstes.

Tieferer Konflikt zwischen Weißem Haus und katholischer Kirche

Der Streit mit dem Vatikan ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines breiteren Musters. Die US-Bischofskonferenz hat die Politik der Trump-Administration wiederholt kritisiert – insbesondere in Fragen der Einwanderung und der Behandlung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Die Bischofskonferenz hatte bereits in der Vergangenheit Erklärungen veröffentlicht, in denen sie ein „Klima der Angst und Unsicherheit" im Zusammenhang mit den Durchsetzungsstrategien der Regierung beklagte.

Beobachter heben hervor, dass der Zeitpunkt des Konflikts politisch besonders brisant ist: Die Wahl von Papst Leo XIV. fiel zeitlich mit Trumps Rückkehr ins Präsidentenamt zusammen. Trump selbst hat diesen Zusammenhang in seinen öffentlichen Äußerungen explizit hergestellt und die Kritik des Papstes als politisch motivierten Eingriff in seine Exekutivgewalt gerahmt.

Die beiden Entwicklungen – die Klageabweisung und der diplomatische Streit – verdeutlichen die vielschichtigen Herausforderungen, mit denen die Trump-Administration derzeit konfrontiert ist. Das Gericht hält strikt am „actual malice"-Standard fest und setzt damit der Nutzung des Rechtssystems zur Bekämpfung unliebsamer Medienberichterstattung klare Grenzen. Gleichzeitig zeigt Trumps aggressiver Kurs gegenüber dem Vatikan, dass er bereit ist, öffentliche Auseinandersetzungen mit Institutionen von hoher moralischer Autorität zu führen, wenn diese seine Politik in Frage stellen. Eine baldige Entspannung in beiden Konflikten ist derzeit nicht in Sicht.

Trump VerleumdungsklageWall Street JournalPapst Leo XivTrump Vatikan KonfliktActual Malice StandardTrump Iran PolitikUs Bischofskonferenz

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  5. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?

Disclaimer