USA und China erzielen Durchbruch bei Zöllen und KI-Dialog
Nach dreitägigem Gipfel in Washington einigen sich die USA und China auf acht Punkte, darunter Zollsenkungen und einen KI-Dialog.

Die USA und China haben sich nach einem dreitägigen Gipfeltreffen zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem US-Präsidenten Donald Trump in Washington auf ein acht Punkte umfassendes Abkommen verständigt. Wie das chinesische Außenministerium am Samstag mitteilte, haben sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt auf eine gegenseitige Senkung von Zöllen im Volumen von 30 Milliarden US-Dollar verständigt. Der Besuch fand vom 23. bis zum 25. September statt.
Beobachter werteten das Treffen stärker als Ausdruck persönlicher Diplomatie denn als großer öffentlicher Durchbruch. Dennoch wurden konkrete wirtschaftliche Mechanismen vereinbart. Neben der Zollsenkung einigten sich Washington und Peking auf die Gründung eines bilateralen Handelsrats sowie die Einrichtung eines „Board of Trade“. Zudem sollen die Ergebnisse früherer Verhandlungen in Kuala Lumpur verlängert werden.
Diese Schritte ergänzen die bereits zuvor vereinbarte Verlängerung des Handelswaffenstillstands um zwei Monate über den 10. November hinaus. US-Finanzminister Scott Bessent zufolge soll dies mehr Zeit für die Ausarbeitung eines umfassenderen Handelsabkommens schaffen. Für deutsche Anleger ist das ein wichtiges Signal: Der Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften war in den vergangenen Jahren ein zentraler Belastungsfaktor für die exportorientierte deutsche Industrie und die globalen Lieferketten.
KI als neuer Schwerpunkt
Ein zentraler Punkt der Vereinbarung betrifft die Künstliche Intelligenz. Angesichts des intensiven Wettbewerbs bei Halbleitern und anderen Hochtechnologien haben sich beide Nationen auf einen strukturierten Dialog über die Risiken und Chancen von KI geeinigt. Eine erste Gesprächsrunde ist für November geplant. Zudem soll ein direkter Kommunikationskanal für KI-bezogene Zwischenfälle eingerichtet werden.
Der Technologiebereich gilt seit Jahren als besonders sensibler Konfliktherd zwischen beiden Ländern. Ein geregelter Dialog über KI-Risiken könnte helfen, Eskalationen bei Halbleiter-Exportbeschränkungen und technologischen Standards zu begrenzen.
Gemeinsame Positionen in der Außenpolitik
Auch in der Außenpolitik wurden gemeinsame Positionen formuliert. Beide Seiten bekräftigten, dass Iran seine Verpflichtungen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen einhalten müsse. Darüber hinaus wurde betont, dass kein Land und keine Institution berechtigt sei, Zölle auf internationalen Wasserwegen zu erheben.
Ein weiteres diplomatisches Signal ist die gegenseitige Unterstützung bei der Ausrichtung internationaler Großveranstaltungen. Trump und Xi signalisierten ihre Teilnahme an den jeweils vom anderen Land ausgerichteten Gipfeln der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) sowie der G20.
Während das chinesische Außenministerium die Einigungen als Erfolg verbucht, blieb eine offizielle Stellungnahme der US-Botschaft in Peking auf Anfrage zunächst aus. Präsident Xi ist laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua bereits wieder in Peking eingetroffen.
Für Marktbeobachter bleibt abzuwarten, wie belastbar die Vereinbarungen sind. Der acht Punkte umfassende Katalog enthält sowohl wirtschaftliche als auch diplomatische Elemente – ein Zeichen dafür, dass beide Seiten ein gemeinsames Interesse an einer Stabilisierung der Beziehungen haben. Ob daraus ein umfassendes Handelsabkommen entsteht, dürfte sich erst mit den weiteren Verhandlungen zeigen.
