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Trump-Söhne laden Wall-Street-Elite zur Krypto-Konferenz nach Mar-a-Lago

Goldman Sachs und Nasdaq-Chefs treffen auf US-Regulierer – Ethik-Experten warnen vor Interessenkonflikten

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Trump-Söhne laden Wall-Street-Elite zur Krypto-Konferenz nach Mar-a-Lago

Die Trump-Familie intensiviert ihr Krypto-Engagement: Eric und Donald Trump Jr. empfangen heute hochrangige Vertreter der US-Finanzindustrie in Trumps Golfresort Mar-a-Lago in Florida. Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Chefs von Goldman Sachs und Franklin Templeton sowie die Nasdaq-Chefin. Auch Vertreter der US-Terminmarktaufsicht CFTC und des Außenministeriums haben sich angemeldet.

Thema der Konferenz ist die "Zukunft der Finanzindustrie und Technologie". Doch das Treffen wirft Fragen auf: Die Trump-Familie verdient selbst am Krypto-Boom mit, während Präsident Donald Trump parallel die Branchenregulierung lockert. "Jeder vernünftige Mensch würde ernsthafte Fragen zur Angemessenheit dieser Veranstaltung haben", kritisiert Chris Swartz, ehemaliger Anwalt im US-Amt für Regierungsethik.

Als Mitveranstalter fungieren die Brüder Zach und Alex Witkoff. Ihr Vater Steve Witkoff gründete gemeinsam mit den Trump-Söhnen die Kryptofirma World Liberty Financial. Das Unternehmen gibt unter anderem den Token $WLFI aus, der seit seinem Handelsdebüt im September bereits zwei Drittel seines Wertes verloren hat. Steve Witkoff ist zudem als US-Sondergesandter in geopolitischen Krisen wie dem Ukraine-Konflikt aktiv.

Milliarden-Geschäft der Trump-Familie

Laut Analysen der Nachrichtenagentur Reuters hat die Trump-Familie seit Amtsantritt des Präsidenten vor rund einem Jahr etwa eine Milliarde Dollar mit Kryptoprojekten verdient. Der Großteil stammt aus der Beteiligung an World Liberty Financial. Das Unternehmen emittiert auch die Stablecoin "USD1", deren Kurs an den US-Dollar gekoppelt ist. Mit einem Gesamtvolumen von 5,15 Milliarden Dollar rangiert USD1 weltweit auf Platz fünf unter den Stablecoins.

World Liberty rechtfertigt die Konferenz als Plattform, um "Beziehungen zu vertiefen und die Dominanz des US-Dollar in der digitalen Wirtschaft zu stärken". Einen branchenüblichen Dialog als Interessenkonflikt zu bezeichnen, verzerre den Charakter der Veranstaltung, so das Unternehmen.

Juristen uneins über Ethik-Fragen

Juraprofessor Andy Grewal von der Universität Iowa sieht die Situation differenziert: "Das Präsidentenamt bringt unvermeidliche Interessenkonflikte mit sich. Es liegt an den Wählern zu entscheiden, wer ihrer Meinung nach ethisch damit umgeht und wer nicht." Dass Wirtschaftsvertreter die Nähe zur Politik suchten, sei nicht ungewöhnlich.

Das Weiße Haus betont, Präsident Trump habe seine unternehmerischen Aktivitäten in einer Stiftung gebündelt. Da diese von seinen Kindern geführt werde, bestehe kein Interessenkonflikt. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Trump nach Ende seiner Amtszeit wieder Zugriff auf die Stiftungsmittel erhält. Das US-Außenministerium erklärt, der Kontakt zu prominenten Wirtschaftslenkern gehöre zu den Kernaufgaben des teilnehmenden Unterstaatssekretärs.

Goldman Sachs, Franklin Templeton, Nasdaq und die CFTC waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die Konferenz unterstreicht die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen in der US-Finanzwelt – und die verschwimmenden Grenzen zwischen Politik und Geschäft.

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