Robinhood übertrifft Gewinnerwartungen trotz schwächelndem Kryptogeschäft
Online-Broker steigert Umsatz auf Rekordniveau – Prognosemärkte kompensieren Krypto-Rückgang

Robinhood Markets (HOOD) hat das vierte Quartal 2025 mit überraschend starken Zahlen abgeschlossen. Der Online-Broker meldete einen Gewinn von 605 Millionen US-Dollar beziehungsweise 66 Cent pro Aktie und übertraf damit die Analystenerwartungen von 63 Cent. Der Umsatz kletterte um 27 Prozent auf ein Rekordniveau von 1,28 Milliarden Dollar, lag aber leicht unter den Prognosen.
Die Aktie reagierte dennoch mit einem Kursrückgang von rund 7 Prozent im nachbörslichen Handel. Nach einem erfolgreichen Jahr 2025, in dem sich der Aktienkurs verdreifachte, richtet sich der Fokus nun auf die Frage, ob Robinhood die Wachstumsdynamik auch 2026 aufrechterhalten kann. Besonders der Kryptomarkt bereitet Sorgen: Die Handelseinnahmen aus Kryptowährungen brachen im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 221 Millionen Dollar ein und verfehlten die Analystenerwartungen deutlich.
Prognosemärkte als neuer Wachstumstreiber
Das Geschäft mit Prognosemärkten entwickelte sich hingegen zum Hoffnungsträger. Nach dem Start Ende 2024 wurden im vergangenen Jahr mehr als 12 Milliarden Ereigniskontrakte auf der Plattform gehandelt – allein 8,5 Milliarden davon im vierten Quartal. Die Handelseinnahmen insgesamt stiegen auf 776 Millionen Dollar, getrieben durch Aktien-, Options- und Prognosehandel.
Der Nettozinsertrag legte im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 411 Millionen Dollar zu. CEO Vlad Tenev verfolgt weiterhin seine Vision einer "Finanz-Super-App", die alle Kundenbedürfnisse an einem Ort bündelt. Das Unternehmen expandiert über den reinen Handel hinaus in Bereiche wie Banking und Vermögensverwaltung.
Diversifizierung als Strategie
Robinhood kündigte in den vergangenen Monaten eine Vielzahl neuer Produkte an: von Bargeldlieferung auf Abruf über tokenisierte Aktien bis hin zu einer eigenen Social-Media-Plattform. Diese Diversifizierungsstrategie soll die Abhängigkeit vom volatilen Kryptogeschäft reduzieren und neue Einnahmequellen erschließen.
Der Online-Broker profitierte im vergangenen Jahr stark von der Rückkehr privater Anleger an die Börse und deren teils spekulativen Wetten. Die Herausforderung für 2026 liegt darin, dieses Momentum trotz abkühlender Kryptomärkte beizubehalten und die neuen Geschäftsbereiche erfolgreich zu etablieren.
