Trump kritisiert Zinssenkung der US-Notenbank scharf
Fed-Entscheidung sorgt für Kontroversen im Wahlkampf, Trump sieht politische Beeinflussung

Die US-Notenbank Fed hat eine deutliche Senkung ihres Leitzinses vorgenommen, was für Anleger eine positive Nachricht darstellt. Donald Trump, der republikanische Präsidentschaftskandidat für die bevorstehende Wahl, zeigte sich jedoch unzufrieden mit dieser Entscheidung. Auf einer Wahlkampfveranstaltung äußerte er die Meinung, dass eine starke Zinssenkung ein Zeichen für eine schlechte wirtschaftliche Lage sei, es sei denn, die Entscheidung der Fed diene politischen Zwecken.
Trump sieht die Zinssenkung als mögliche Beeinflussung der Präsidentschaftswahl, da wirtschaftliche Themen für die Wähler von großer Bedeutung sind. Viele Amerikaner haben unter der anhaltend hohen Inflation gelitten, die die Fed durch hohe Zinsen zu bremsen versuchte. Die jüngste Zinssenkung erfolgte jedoch in einem Moment, in dem sich die Inflationsrate dem angestrebten Zielwert von zwei Prozent annähert.
Schon im Juni hatte Trump gegenüber Bloomberg seine Kritik an Zinssenkungen geäußert. Er erklärte, dass die Fed etwas tue, „von dem sie wissen, dass sie es nicht tun sollten“. Er befürchtete, dass niedrigere Zinsen die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte verbessern könnten, was zu einer stärkeren Wirtschaft und letztlich zu einer Unterstützung der Demokraten führen könnte. Trump sieht darin einen politischen Vorteil für die amtierende Regierung unter Präsident Joe Biden und dessen Vizepräsidentin Kamala Harris.
Die Fed widersprach jedoch den Vorwürfen einer politischen Beeinflussung. Jerome Powell, der Vorsitzende der Notenbank, betonte, dass die Entscheidung zur Zinssenkung unabhängig vom Wahlkampf getroffen wurde. Die Geldpolitik wirke zudem immer mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auf die Wirtschaft, sodass kurzfristige Auswirkungen, wie von Trump behauptet, unwahrscheinlich seien.
Trump irrt laut einer Analyse auch in seiner Annahme, dass Zinssenkungen vor Wahlen unüblich seien. In der Vergangenheit kam es mehrfach vor, dass die Fed die Zinsen in Wahljahren veränderte. So wurden die Zinsen im Jahr 2008, kurz vor der Wahl, während der Finanzkrise zweimal gesenkt. Zudem profitierte nicht zwangsläufig die Partei des amtierenden Präsidenten von solchen Entscheidungen, wie das Beispiel von 2008 zeigt, als der Republikaner John McCain gegen den Demokraten Barack Obama verlor.
