Inflation in der Euro-Zone auf Dreijahrestief
Sinkende Energiepreise entlasten Verbraucher, während Dienstleistungen weiter teurer werden.

Die Inflation in der Euro-Zone hat im August 2024 den niedrigsten Stand seit drei Jahren erreicht. Laut einer Mitteilung des Statistikamts Eurostat verteuerten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um lediglich 2,2 Prozent. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch sinkende Energiepreise beeinflusst, die im August im Jahresvergleich um durchschnittlich 3,0 Prozent zurückgingen. Damit wurde eine erste Schätzung von Ende August bestätigt. Noch im Juli hatte die Inflation in den 20 Ländern der Euro-Zone bei 2,6 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) nähert sich damit ihrem Inflationsziel von 2,0 Prozent.
Die EZB hatte bereits im Juni 2024 eine Zinswende eingeleitet und die Zinsen gesenkt. In der vergangenen Woche folgte eine erneute Senkung der Leitzinsen. Der Einlagesatz, zu dem Banken kurzfristig überschüssige Gelder bei der EZB parken können, wurde um einen Viertelprozentpunkt auf 3,50 Prozent gesenkt. Über den weiteren Zinskurs äußerte sich die EZB jedoch zurückhaltend. Der EZB-Rat werde sich im Voraus nicht auf einen bestimmten Zinspfad festlegen, hieß es in einer Erklärung. Die nächste Zinssitzung der EZB ist für den 17. Oktober angesetzt.
Während die Energiepreise sanken, stiegen die Preise für Dienstleistungen erneut deutlich an. Im August verteuerten sich Dienstleistungen um 4,1 Prozent, nachdem sie im Juli bereits um 4,0 Prozent gestiegen waren. Dies stellt einen wichtigen Faktor für die Geldpolitik der EZB dar, die die Entwicklung in diesem Bereich besonders beobachtet. Auch die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak zogen weiter an, wie schon im Juli betrug der Anstieg 2,3 Prozent.
Neben den Dienstleistungen und Lebensmitteln erhöhten sich auch die Preise für Industriegüter außerhalb des Energiesektors leicht. Im August stiegen sie um 0,4 Prozent, während der Zuwachs im Juli noch 0,7 Prozent betragen hatte. Diese unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Sektoren der Wirtschaft verdeutlichen, dass die gesunkene Inflation in erster Linie auf den Rückgang der Energiepreise zurückzuführen ist.
Die gesunkenen Energiepreise haben somit einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der Verbraucher und zur Abkühlung der Inflation geleistet. Dies kommt den geldpolitischen Zielen der EZB entgegen, die eine Stabilisierung der Inflationsrate bei ihrem Zielwert von 2,0 Prozent anstrebt.
